Ein Ende mit Schrecken

Endstation Altenheim: Das ist ein Schreckensbild für die meisten. Aber während die Masse der Ängste, die derzeit durchs Land wabern, unbegründet ist, handelt es sich dabei um eine realistische Befürchtung. Die Pflege im Hort der Familie wird mangels Kindern und wegen steigender beruflicher Anforderungen zur großen Ausnahme werden. Und so wichtig Nachbarschafts-Versorgung und flexible ambulante Dienste sind – oft kommt doch irgendwann der Punkt, zu dem es in der eigenen Wohnung nicht mehr geht.

Der Pflege-Tüv sollte dazu dienen, gute von schlechten Heimen zu unterscheiden. Er ist komplett gescheitert. Und ob das Nachfolgemodell 2019 groß weiterhilft, bleibt fraglich. Die Grundlagen dürften sich eher weiter verschärfen: Es fehlt an Personal, es fehlt dem Personal an Zeit, viele Pflegebedürftige können schon heute den Eigenanteil nicht bezahlen.

Was Not tut: Wir müssen genauer auf die Heime schauen. Wir müssen deutlich machen, was wir stattdessen erwarten. Dazu dürfen wir Gedanken an die eigene Pflegebedürftigkeit nicht länger verdrängen. Schlimm genug, dass das Leben endet. Da sollten die letzten Monate so schreckensarm wie möglich werden. Das kostet? Ja. Aber es gibt Ängste, die eine humane alternde Gesellschaft sich nicht leisten darf.