Turbo-Abitur

Ein Berg von Hausaufgaben

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Die Rechnung der Schulministerin scheint aufzugehen. Mit dem Runden Tisch Schule gelingt es Sylvia Löhrmann offenbar, eine große Mehrheit zumindest von Funktionären für das Turbo-Abitur zu gewinnen.

Allerdings enthält das Kalkül noch eine große Unbekannte: Ob es nämlich am Ende tatsächlich gelingt, dass aus den recht schwammigen Empfehlungen konkrete Erlasse und Vorgaben werden, die Kindern und Eltern den Alltag erleichtern. Andernfalls nämlich sind Väter und Mütter, Schülerinnen und Schüler nicht für das Abitur nach acht Jahren Gymnasium zu begeistern. Zwar sind Meinungsumfragen mit Vorsicht zu genießen: Eine Studie des Forsa-Instituts aus dem Frühjahr allerdings sollte der Ministerin zu denken geben, derzufolge drei Viertel der Bürger in NRW die verkürzte Schulzeit ablehnen. Löhrmann hat also noch einen Berg von Hausaufgaben zu erledigen.

Umzudrehen scheint der verkehrte Weg. Zurück zum alten System – das wäre wohl eine zu große Belastung für Schüler, Lehrer und Eltern. Nicht nur an den Gymnasien, sondern auch anderen Schulformen, die in Mitleidenschaft gezogen würden. Wer unbedingt möchte, hat im Übrigen die Wahl, kann neun Jahre auf die Gesamtschule oder Modellgymnasien gehen. Zwar nicht immer halbtags, aber vielleicht mit mehr Ruhe im Ganztag.

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