Landtagswahlen

Dreyer, Kretschmann, AfD - Keine Schablone für die NRW-Wahl

Welche Lehren muss die NRW-Politik aus drei jüngsten Landtagswahlen ziehen? Amtsbonus kann weit tragen, meint Kommentator Tobias Blasius.

Düsseldorf.. Welche Lehren muss die NRW-Politik aus dem Super-Wahlsonntag in drei anderen Bindestrich-Ländern ziehen? Die zuletzt harsch kritisierte Ministerpräsidentin Kraft wird die beruhigende Botschaft ­herauslesen, dass Amts- und Persönlichkeitsbonus weit tragen. ­Bekanntheitsgrad, Beliebtheit und Bodenständigkeit sind wichtiger als das Parteibuch.

Dennoch: Dieser 13. März 2016 taugt kaum als Schablone für NRW am 14. Mai 2017.

Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz ­etwa profitierte auch vom Absturz ihres grünen Koalitionspartners, der in NRW indes auf einem viel stabi­leren Zehn-Prozent-Plateau steht. Anders als ihre in der Flüchtlings­krise verwirrend sprunghafte CDU-Herausforderin Klöckner ließ NRW-Oppositionsführer Laschet nie einen Zweifel, dass er den Kanzlerinnen-Kurs für alternativlos hält.

Baden-Württembergs Grünen-Original ­Kretschmann hat sich zudem in der wirtschafts- und leistungsorientierten Mitte viel breiter gemacht, als es Kraft in NRW je vermochte.

Schließlich der Unsicherheitsfaktor AfD: Ob die Rechtspopulisten im liberalen, multikulturell geprägten Ballungsraum Rhein-Ruhr Bürgerfrust in Wählerstimmen verwandeln können, ist längst nicht ausgemacht.

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