Drastische Worte mit null Effekt

Verzweiflung an der türkischen Grenze: Tausende Syrer fliehen vor der Terrormiliz IS.
Verzweiflung an der türkischen Grenze: Tausende Syrer fliehen vor der Terrormiliz IS.
Foto: dpa

Der jüngste Amnesty-Bericht findet drastische Worte. Doch der Ton ist angemessen. Die internationale Hilfe für Flüchtlinge ist ein klägliches Versagen – mit Blick auf die Höhe der zur Verfügung gestellten Geldmittel und auf die Bewertung der Bereitschaft, Menschen aufzunehmen.

Flüchtlinge haben keine Lobby und kaum Fürsprecher. Mehr noch: Wächst ihre Zahl, erhöhen sich die Abwehrreflexe im Westen, wo auf fehlende Unterkünfte, hohe Kosten und auch die soziale Sprengkraft verwiesen wird. Die EU zeigt seit Monaten, dass ein vom Gemeinschaftssinn getragener Ansatz von ihr nicht zu erwarten ist; die instabile Lage in Afrika und im Nahen Osten wiederum offenbart, dass die Flüchtlingsströme weiter anwachsen werden. Amnesty International hätte also Anlass, seinen nächsten Bericht in noch drastischere Worte zu kleiden. Illusionen sollte sich deshalb niemand hingeben. Alles wird bleiben, was es ist: ein Trauerspiel.