Die Zeche zahlt der Bürger

Diese Überraschung ist den Schweizern perfekt gelungen: Das abrupte Ende der Franken-Bindung an den Euro hat schwere Turbulenzen an den Finanzmärkten ausgelöst. Die ersten Finanzhäuser gehen pleite, weil sie sich mit Währungsgeschäften verzockt haben. Was den meisten Steuerzahlern jedoch weniger bewusst sein dürfte: Die Schockwellen aus Zürich reichen bis in die Rathäuser des Ruhrgebiets. In Essen, Bochum und Gelsenkirchen dürfen die Kämmerer jetzt ernsthaft nervös werden.

Vor ein paar Jahren hatten sie schließlich die glorreiche Idee, einen Teil ihrer Kredite in fremden Währungen aufzunehmen – gerne auch in Schweizer Franken, weil das einen Zinsvorteil versprach. Dabei geht es keineswegs um Peanuts: 26 Städte und Kommunen in NRW haben insgesamt fast zwei Milliarden Euro an Fremdwährungskrediten in ihren Büchern. Die Rechnung ging nicht auf. Durch die massive Abwertung des Euro wird die Rückzahlung jetzt erheblich teurer. Hier haben die Kämmerer, unterstützt von der NRW.Bank („Wir fördern Ideen“), Millionen verzockt, die jetzt nicht mehr in Schulen oder Straßen fließen.

Der Bund der Steuerzahler fordert deshalb ganz zu Recht, dass solche Spekulationsgeschäfte in Rathäusern schlicht verboten gehören. Für den Franken-Deal ist es dafür freilich zu spät: Die Zeche zahlen die Bürger.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE