Die Stärke der Freiheit bleibt - von Torsten Berninghaus

Schwer bewaffnete Täter haben die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" angegriffen, mindestens zwölf Menschen starben.
Schwer bewaffnete Täter haben die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" angegriffen, mindestens zwölf Menschen starben.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Der Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist auch ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit und auf die Freiheit der Kunst.

Nach dem brutalen Attentat auf die französische Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" steht Frankreich unter Schock. Und wir, die Journalisten, sind tief betroffen. Aus diesem Grund haben die Redakteurinnen und Redakteure der Westfalenpost beschlossen, ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

Wir haben dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit in der heutigen Ausgabe ein Gesicht geben wollen. Denn die Kollegen, die in Paris starben, sind nicht nur Journalisten. Sie sind auch Ehepartner, Söhne, Töchter, Väter und Mütter. Sie sind Opfer eines menschenverachtenden und zynischen Kampfes von Extremisten, die unserer Gesellschaft die Freiheit rauben wollen. Das aber werden wir nicht zulassen.

Was in Paris passiert ist, ist ein Angriff auf die freiheitliche Grundordnung in Europa. Kaum vorstellbar war eine solche Tat – bis Mittwoch um 11.30 Uhr, als ideologische Fundamentalisten die Redaktionsräume stürmten und das Feuer eröffneten.

Mitarbeiter des Magazins ohne Chance

Die Mitarbeiter des Magazin, das in der Vergangenheit mehrfach durch provokante Mohammed-Karikaturen Schlagzeilen gemacht hatte, waren den gut vorbereiteten Angreifern völlig schutzlos ausgeliefert. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass das Gebäude von der Polizei bewacht wurde.

Die Verbindung aus Ideologie und Terror hinterlässt eine tief getroffene Gesellschaft und verbreitet Angst. Denn dieser Fundamentalismus will nicht nur Journalisten und Medien einschüchtern. Er will die Gesellschaft verändern. Er stellt unser Staatssystem auf eine Belastungsprobe.

Doch er unterschätzt die Stärke der Freiheit. Und deshalb werden wir weiterhin sagen, was wir denken. Wir werden weiterhin das kritisieren, was wir für richtig halten – das sind wir den Opfern von Paris und ihren Angehörigen schuldig.