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Steinbrück

Die SPD im Kampfmodus

28.09.2012 | 16:45 Uhr
Die SPD im Kampfmodus
Peer Steinbrück.Foto: dapd

Langsam wurde das Gedruckse um die „K-Frage“ der SPD peinlich. Gerade noch rechtzeitig ist die Antwort gegeben: Peer Steinbrück geht ins Rennen. Er ist der Richtige, um in den schwierigen Wahlkampf gegen Angela Merkel zu ziehen. Klare Kante, klare Ansagen. Ein Kandidat mit Ecken und Kanten. Nicht „Everybody’s Darling“, aber ein Spitzenpolitiker mit Führungsstärke, bissigem Witz, Redetalent – und mit einem aggressiven Wahlkampfgen gesegnet, das auf der Showbühne der Mediendemokratie Abstimmungen entscheiden kann.

Ein Problem hat die SPD gelöst und ihren stärksten Kandidaten nominiert. Ein größeres Problem bleibt: Angela Merkel. In Meinungsumfragen rangiert die Kanzlerin weit vorn. Zwar ist es bis zur Bundestagswahl noch eine Weile. Andererseits hat Peer Steinbrück nur ein Jahr Zeit, um eine Wechselstimmung in der Bevölkerung herbeizuführen. Denn in Deutschland werden Kanzler nicht gewählt, sondern abgewählt.

Peer Steinbrück ist vielen Menschen noch als eine Art Schatzkanzler der Großen Koalition in Erinnerung, der unser Land gut durch die weltweite Finanzkrise gesteuert hat. Damit ist er auch für Konservative und Liberale wählbar. Erste Signale aus der FDP eröffnen dem Kandidaten sogar die Option einer Ampel-Koalition.

Auch deshalb ist Steinbrück eine gute Alternative zur Frau Merkel, die in Berlin ein zerbröselndes schwarz-gelbes Bündnis mehr moderiert als durchregiert.

Jetzt kommt es darauf an, dass der frischgebackene Kandidat die ungeteilte Zustimmung seiner zänkischen Partei erhält und behält. Nach der Highlander-Losung: „Es kann nur Einen geben“, sollte er nicht handeln. Überraschenderweise hat sich die Arbeitsteilung der SPD-Spitze bewährt. Die Troika Gabriel, Steinmeier, Steinbrück hat mit der Kandidatenkür nicht abgedankt, sondern eigentlich ihre Arbeit erst aufgenommen.

In den letzten Wochen hatte die SPD den Eindruck vermittelt, sie könne zwar, wolle aber nicht. Die Zeit des Zauderns ist vorbei. Die Sozialdemokraten haben gestern von Schlummer- auf Kampfmodus umgeschaltet.

Rüdiger Oppers (r.oppers@nrz.de)



Kommentare
29.09.2012
12:39
Die SPD im Kampfmodus
von Gerther | #4

Mit "Mister Klugscheißer" (Steinbrück), einem Verfechter der Agenda 2010, wird die SPD auch in 2013 die Kandidatur grandios verlieren. Die SPD hätte "dem Volk aufs Maul schauen" und Hannelore Kraft aufstellen sollen.





28.09.2012
20:13
Die SPD im Kampfmodus
von klaig | #3

Das war es für mich. Nun endgültig nach 40 Jahren SPD Wähler.. Eine SPD mit diesem Steinbrück ist für mich unwählbar. Das wäre eine Wiederholung der Schröder Aera mit noch viel mehr sozialen Einschnitten entgegen den Grundsätzen der Partei.. Was bleibt? Die Linke wohl nur noch, oder man besinnt sich hoffentlich eines geeigneteren Kandidaten..! Meine Güte ist die SPD ein armmütiger Waschlappen Haufen geworden. Wo sind so Leute wie Schmidt Schnauze oder Herbert Wehner und Willy Brand?

28.09.2012
18:30
Die SPD im Kampfmodus
von amiathus | #2

Peer Steinbrück,schwarz sehr schwarz, Rente mit 67, Abwasser TÜV... usw.
Die SPD ist nicht mehr für die kleine Leute.
Ich vermisse die Brandt, Schmidt, Rau... Was sind wir geworden in NRW...
wo ist die SPD ?

28.09.2012
18:16
Die SPD im Kampfmodus
von justness | #1

Mmmmh...bei Peer Steinbrück sehe ich schon wieder "schwarz"...im wahrsten Sinne des Wortes!

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