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Tag der Einheit

Die Republik ist erwachsen geworden

04.10.2012 | 11:31 Uhr
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Ein paar Beobachtungen, die man gestern am Tag der deutschen Einheit anstellen konnte, sind vermutlich vielsagender als ein mehr oder minder kluger Leitartikel. Versuchen wir es:

Ein bayerischer Ministerpräsident als amtierender Bundesratspräsident zeigt offen seine Freude, das Fest aller Deutschen auszurichten. Den bekannten bayerischen Separatismus zeigen nur noch exotische und aus der Zeit gefallene Gestalten wie der ehemalige Chefredakteur des CSU-Organs Bayernkurier.

In wenigen Wochen übernimmt das zweithöchste Amt im Staate der Ministerpräsident Baden-Württembergs - ein Grüner.

Der dritthöchste Rang im Staate Deutschland gebührt dem Bundestagspräsidenten. Die Lehren, die das Ruhrgebietskind Norbert Lammert aus den Freuden und Leiden der Wiedervereinigung zieht, überträgt er auf Europa. So, wie wir Deutsche uns untereinander (gelegentlich murrend) Solidarität erwiesen haben, müssen wir es auch für Europa tun. Um nicht eine Idee zu verraten, die uns nach den verheerenden Kriegen zurück in die Gemeinschaft der Völker gebracht hat.

Das Amt des Bundespräsidenten bekleidet ein Rostocker, das der Kanzlerin eine Hamburgerin, deren Vater mit der Familie bewusst in die DDR gezogen war.

Den Festakt bevölkerten Dutzende Vertreter der Kirchen, Religionsgemeinschaften und anderer Staaten.

Und nun doch noch ein Kommentar: Wir sind erwachsen geworden. Ein Grund, gestern gefeiert zu haben.

Stefan Hans Kläsener

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