Flugzeugabsturz

Die Qual des Wartens

Es liegt in der Natur des Menschen, Antworten auf seine Fragen zu verlangen. Immer wieder, möglichst schnell, am besten sofort. Der Mensch will alles verstehen und hat sich in den Zeiten der Hochgeschwindigkeit daran gewöhnt, dass seine Neugier in aller Regel sofort befriedigt wird.

Auch mit technischen Hilfsmitteln. Nur schwer kann er sich damit abfinden, dass manche Dinge ihre Zeit brauchen, dass nicht jedes Rätsel in Minuten zu entschlüsseln ist und einige vielleicht sogar niemals.

Für die Interessierten ist das Warten allenfalls ein Ärgernis, für die Hinterbliebenen der Opfer eines Flugzeugabsturzes ist es eine Qual. Sie verlangen nach schnellstmöglicher Aufklärung der Tragödie, und wer, wenn nicht sie, hätte ein Recht darauf? Aber selbst sie werden sich gedulden müssen.

Spekulationen sind üblich

Wenn die Spezialisten Zeit brauchen, um die Mitschnitte des Aufnahmegeräts im Flieger auszuwerten, dann muss man sie ihnen geben. Niemandem ist mit halbgaren Informationen von offizieller Stelle gedient, nur damit schnell etwas gesagt ist.

Dass die zuständige Behörde am Mittwoch zunächst keine Details genannt hat, eignet sich noch nicht für Verschwörungstheorien. Es ist erst einmal seriös. Zur Erinnerung: Es war Tag 1 nach dem Drama. Der Absturz des Malaysian Airlines-Fluges MH 370 vom März 2014 ist bis heute nicht aufgeklärt, nicht einmal die Wrackteile sind geortet worden.

Natürlich ist das die Stunde der Spekulationen, und auch das gehört zu unserer Natur. Denn es ist ja die Suche nach einer Erklärung, die das Fürchterliche fassbar macht.

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