Paketdienst-Fusion

Die Leidtragenden sind die Boten

FedEx-Transportmaschine über Paris: Der US-Anbieter will den Konkurrenten TNT Express schlucken.
FedEx-Transportmaschine über Paris: Der US-Anbieter will den Konkurrenten TNT Express schlucken.
Foto: Getty Images

Paketboten müssen oft zu Hungerlöhnen arbeiten, weil sie nach zugestellten Sendungen bezahlt werden. Die Fusion der Paketdienste wird Preise und Löhne noch weiter drücken.

Deutschland verschickt, was das Zeug hält. Allein im Jahr 2013 wurden insgesamt 2,7 Milliarden Sendungen auf den Weg gebracht – ein Plus von 57 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Bis 2018 sollen es 3,3 Milliarden Sendungen sein, der globalisierten Wirtschaft und dem Online-Markt sei Dank. Und auch danach ist kein Ende des Bestell-Booms in Sicht. Er beschert den Lieferdiensten ein Wachstum, wie es zurzeit nur wenige Branchen erfahren. Und auch die Kunden dürfen sich freuen: Viele Online-Shops bieten mittlerweile eine versandkostenfreie Lieferung, wenn der Bestellwert eine bestimmte Grenze übersteigt.

Leidtragende sind die schon heute maßlos überlasteten Paketboten: Sie müssen oft zu Hungerlöhnen arbeiten, weil sie keinen festen Lohn bekommen, sondern nach zugestellten Sendungen bezahlt werden. Wer wenig schafft, bekommt auch wenig. Das gilt vor allem für die Dienste, die mit Subunternehmern statt mit Festangestellten arbeiten. Was das alles mit der Megafusion bei den Expressdiensten zu tun hat? Mehr Konkurrenz am Markt wird auch die Paketpreise drücken. Unnötig zu erwähnen, wen das im Besonderen trifft.