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Landtagswahl

Die Lehren aus dem Wahlkrimi in Niedersachsen

20.01.2013 | 19:13 Uhr
Die Lehren aus dem Wahlkrimi in Niedersachsen
Der Wahlsieger: Der designierte Ministerpräsident Stephan Weil.

Berlin.  Zwei Schlappen, ein großer Unterschied: Die Perspektiven der Linken sind auf Bundesebene deutlich besser als jene der Piraten. Für Peer Steinbrück ist das Ergebnis in Niedersachsen ein Gottesgeschenk - und Rösler wird kämpfen.

Es ist wie im Sport. Man braucht ein Zielfoto. So nah sind Schwarz-Gelb und Rot-Grün beieinander. Halten wir uns an die wenigen Fakten der gestrigen Wahl: Gewonnen haben in Niedersachsen zweifellos die FDP und die Grünen.

Aber: Rot-Grün hat seine Chance gewahrt und den hauchdünnen Vorsprung aus den Umfragen verteidigt. Am Ende dieser Achterbahnfahrt der Gefühle kann die SPD den Ministerpräsidenten in Hannover stellen. Für die Partei im Bund ist noch wichtiger, dass sie damit die Patzer von Kanzlerkandidat Peer Steinbrück vergessen macht und dass Rot-Grün damit die Oberhand im Bundesrat gewinnt.

Ein Gottesgeschenk für Steinbrück

Noch größer dürfte die Erleichterung der Sozialdemokraten darüber sein, dass sie in Niedersachsen um eine große Koalition herumkommen werden. Denn erstens hätte man die eigenen Anhänger schlecht für die Bundestagswahl mobilisieren können. Und zweitens wäre es genau die Konstellation gewesen, für die Steinbrück nach eigenen Worten nicht bereit stand. Für ihn ist die gestrige Wahl wie ein Gottesgeschenk. Nun könnte es tatsächlich klappen mit einem Neustart der SPD.

Dabei war der CDU und der FDP seit dem Sommer in Niedersachsen eine fulminante Aufholjagd gelungen. So könnte es gehen, auch im Bund: als Lagerwahlkampf.

Die Linke hat erfahren, wie hoch die Trauben in einem Flächenland hängen. Auf Bundesebene, mit den Stimmen aus dem Osten, könnte das Ergebnis im Herbst allerdings schon viel besser aussehen. Trostloser sind da die Perspektiven für die "Piratenpartei". Sie erlebte den Totalabsturz

Rösler wird nicht kneifen, sondern kämpfen

Bei der Aufholjagd von Schwarz-Gelb saß McAllister am Lenker, die FDP auf dem Soziussitz . Mit dem Wissen fragen sich manche Liberale weiter, ob sie Parteichef Philipp Rösler stützen oder stürzen sollten. Das Ergebnis ist allerdings so gut, dass die Partei besser von einer Messerstecherei absehen sollte. Röslers Antwort sollte seit gestern jedenfalls klar sein: Nicht kneifen, sondern kämpfen, jetzt erst recht.

Miguel Sanches

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Kommentare
21.01.2013
05:08
Die Lehren werden noch erst gezogen werden,
von Ani-Metaber | #4

dann, wenn die neue Regierung in Niedersachsen sich beweisen und den Lauf der Zeit überstehen muss.

Lebendiger und für die Politikrichtung klarer wäre es gewesen, wenn die Linke 1,9% mehr bekommen hätte, dese Lehre darf man jetzt schon ziehen - 3,1% trotz neuer Piraten und so mancher Kampagne gegen die Linke - eigentlich ein Achtungserfolg.

Und die Lehre für die Bundestagswahl hat Herr Sanchez angedeutet - es wird dort wohl kaum ohne Linke gehen, wenn Frau Merkel abgelöst werden soll.

21.01.2013
01:01
Die Lehren aus dem Wahlkrimi in Niedersachsen
von txxx666 | #3

Unabhängig vom amtlichen Endergebnis - Demokratie geht anders:
http://www.facebook.com/events/493061954069535/

20.01.2013
23:23
Die Lehren aus dem Wahlkrimi in Niedersachsen
von sichau1 | #2

"Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte", so wohl Gorbatschow.
"Wer zu früh kommt, der ist ein Sanchez - und alle lachen über so viel Kompetenz".
Bitte, liebe Redaktion, lassen Sie einem solchen Kommentator qualifizierte Fortbildung zukommen - oder verschonen sie uns im Interesse Ihrer Leser, aber auch im Interesse Ihres Qualitätsanspruchs vor einem solchen Kommentar / Kommentator!!!

20.01.2013
23:10
Der Kommentator und die Grundrechenarten
von sichau1 | #1

Für ein Qualitätsmedium wie die WAZ schon außerordentlich bemerkenswert: Schwarz-Grün geht auf jeden Fall! Warum schwadronniert Miguel Sanches über Jamaika und zeigt erneut seine besondere "Qualifikation"??
Für die FDP war das mehr als ein sogenannter Phyrrus-Sieg: So schnell wird es keine CDU-Leihstimmen mehr geben - von wegen "Aufholjagd". Aus welchem Kaffeeesatz hat der Kommentator das?
Und die Linken? Als Demokrat muss man sich auch für unsere Medien schämen, dass die entweder ignoriert oder verzerrt dargestellt werden. Nur: Bei ca. 3% in Niedersachsen werden sie auf jeden Fall im nächsten Bundestag vertreten und keine Stimme wird verloren sein - trotz Kampagne-Journalismus und Forsa-Kampagne-Umfragen (eher aus der früheren DDR bekannt - aber die gibt es ja als negatives Beispiel nicht mehr ....)
Was schließlich eine Große Kkoalition betrifft: da wird die gegenwärtige Niedersachsen-Regierung wohl eher geschäftsführend bis nach der Bundestagswahl im Amt bleiben dürfen und müssen ...

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