Türkisch-Bücher

Die Heimat ist hier

Die Kontroverse über die türkische Schulbuchreihe ist sehr emotionsbeladen.
Die Kontroverse über die türkische Schulbuchreihe ist sehr emotionsbeladen.
Foto: Oliver Berg/dpa

Bei der Diskussion um die türkische Schulbuchreihe geht es im Kern um die Frage, welcher Kultur sich Menschen in NRW mit türkischen Wurzeln zugehörig fühlen sollen. Der unkritische Nationalstolz, den die türkische Regierung streut, hilft aber weder ihnen, noch der Türkei.

Sehr kontrovers, sehr energisch, sehr gefühlsbeladen sind die Reaktionen auf unsere Berichte über die türkische Schulbuchreihe. Es lohnt sich, weiter darüber zu reden und zu streiten. Denn es geht um viel mehr als um Schulbücher. Es geht im Kern um die Frage, welchen Kulturen und welchem Land sich NRW-Bürger mit türkischen Wurzeln zugehörig fühlen (sollen).

Die Regierung in Ankara wünscht sie sich so: Sie sollen weiter türkisch sprechen, türkisch denken, Türken sein. Atatürk ist der Maßstab, nicht Adenauer oder Brandt. Erdogan streichelt gern die Seele der Türkischstämmigen in Deutschland. Er kann das auch so gut, weil diese Seele hier selten gestreichelt wurde. Wer sich willkommen fühlt, träumt nicht ständig von der Türkei.

Wir in NRW können kein Interesse daran haben, dass Schüler hier zum „Türkentum“ erzogen werden. Diese Kinder sind in Dortmund, Unna, Duisburg zu Hause. Der unkritische Nationalstolz, den die türkische Regierung streut, hilft ihnen nicht. Der Türkei übrigens auch nicht.

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