Politik

Die Grenzen der Manndeckung

Die Ermittlungen gegen Fußball-Hooligans werden in Nordrhein-Westfalen ab sofort gebündelt - in der Regel am Wohnort der Intensivtäter.
Die Ermittlungen gegen Fußball-Hooligans werden in Nordrhein-Westfalen ab sofort gebündelt - in der Regel am Wohnort der Intensivtäter.
Foto: Caroline Seidel/dpa/Archiv

Die "Manndeckung", mit der NRW-Innenminister Jäger ab sofort die Kreise von polizeibekannten Stadion-Schlägern einhegen will, ist fußballerisch etwas aus der Zeit gefallen. Ob sie bei der strafrechtlichen Abwehrarbeit sinnvoll eingesetzt werden kann, muss sich erst noch erweisen.

Es ist zwar richtig, dass Polizei und Justiz ihre Arbeit künftig besser koordinieren, um Randalierern im Fußball beizukommen. Etwa 150 Intensivtäter unter Millionen von friedlichen Fans an Rhein und Ruhr halten die Ermittlungsbehörden Woche für Woche auf Trab und stacheln Mitläufer im Umfeld der Stadien an.

Viel zu häufig wurden Delikte bei Auswärtsspielen isoliert betrachtet und nicht ins Gesamtbild der notorischen Straftäter eingefügt. Hier ist die Hoffnung auf härtere Strafen nicht unberechtigt.

Nur sollte niemand den abschreckenden Effekt des neuen Intensivtäter-Konzepts überschätzen. Polizeiliche „Manndeckung“ hin, juristische „Raumdeckung“ her – bei der kleinen Gruppe der Hooligans, die den Fußball zu ihrer Bühne erkoren haben, dürften sie kaum nachhaltige Wirkung erzielen.