Politik

Die Gelbe Tonne bleibt ein Ärgernis

Energetische Verwertung – das klingt nach Recycling, bedeutet jedoch nichts anders als: Müllofen. Fast die Hälfte der in Deutschland in Gelben Tonnen gesammelten Verpackungsabfälle landet am Ende doch in der Verbrennungsanlage. Diese ernüchternde Auskunft des Bundesumweltministeriums dürfte vielen gutgläubigen Sortiermeistern endgültig die Lust am Spülen leerer Joghurtbecher vergällen.

Die Gelbe Tonne in der bisherigen Form ist seit Jahren ein Streitfall. Weißblech und Aluminium lassen sich gut herausfischen und wiederverwerten. Das Sortieren und Aufbereiten von Kunststoff ist dagegen aufwändig und rechnet sich bei niedrigen Verbrennungspreisen in den schlecht ausgelasteten Müllöfen des Landes nicht. Ehrgeizigere gesetzliche Pflichtquoten wiederum könnten schnell die Abfallgebühren weiter nach oben treiben, was kaum vermittelbar wäre. Von Sortiererfolgen wie beim Papier oder Glas träumen deshalb nicht einmal in der Wolle gefärbte Ökos. Die Gelbe Tonne mit den mäßigen Wiederverwertungserfolgen bleibt wohl vorerst ein Ärgernis.

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