Online-Studie

Die Eltern machen es vor

Mamas Tablet hat schon für Krabbelkinder eine große Anziehungskraft – wie alle Geräte, bei denen sich Bilder bewegen und die Geräusche erzeugen können. In der Generation der Eltern war das Plastiktelefon der Hit im Kinderzimmer, heute sind es technische Spielereien, mit denen man ins weltweite Netz kommt. Dabei ist es völlig sinnlos, die „Digitalisierung“ kleiner Kinder zu beklagen. Die Jungen und Mädchen wachsen nun mal in einer Zeit auf, in der virtuelle Inhalte oft realer erscheinen als der Bolzplatz vor der Haustür. Und sie imitieren nur, was Vater und Mutter vorleben.


In den meisten bürgerlichen Familien wird spätestens ab der fünften Klasse erbittert um die erlaubten Mediennutzungszeiten gestritten. Die Spielekonsole lädt ja zur Weltflucht ein. Doch wo Medienkonsum ein Thema ist, droht Kindern keine Gefahr. Bedenklich stimmt hingegen, dass das Internet eine neue Zweiklassen-Gesellschaft hervorbringt. Eltern mit geringer Bildung, die ohnehin nicht lesen, nutzen auch das Netz zur Unterhaltung, nicht zum Lernen. Sie daddeln, und der Nachwuchs daddelt mit. Damit drohen ganze Generationen, von der Wissensgesellschaft abgekoppelt zu werden. Denn in einem Punkt braucht man sich nichts vorzumachen: Wer die digitale Epoche aktiv mitgestalten und nicht nur von ihr abgezockt werden will, der muss sehr gut informiert sein.

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