Die Arbeit fängt erst an

Es gibt schlechtere politische Botschaften zu Ostern: Im Atom-Streit mit dem Iran ist das Fundament für eine Lösung der Vernunft gegossen. Ob es trägt? Abwarten. Erst wenn Lausanne im Detail unterschrieben ist, kommt es zum Schwur. Und würde diese Hürde genommen, fängt die Arbeit erst richtig an. Sprich: die Transformation waffenfähiger Atomanlagen im Iran in solche, die ausschließlich zivilen Zielen dienen.

Dass hier lückenlose Überprüfbarkeit und der Verzicht auf jede Trickserei das Maß aller Dinge sein muss, erklärt sich von selbst. Genauso wie hartes Zur-Rechenschaft-ziehen, falls der Iran (wieder) vertragsbrüchig wird. Selbst wenn man den Atom-Deal in spe noch unter Vorbehalt stellen muss: Die Schar der Kritiker, ob in Israel, in Saudi-Arabien oder im Kongress von Washington, haben es ab sofort schwer. Der Iran stellt seine gesamte Nuklear-Landschaft unter internationale Kuratel, entschärft gefährliche Infrastruktur, baut zur Freude westlicher Konzerne Anlagen zurück oder um und macht sich an breiter Front waffenunfähig. Und das unter dem Strich über ein Vierteljahrhundert lang. So der Plan. Ein guter Plan.

Wer den Grad der Eindämmung des atomaren Risikos als zu schwach verunglimpft, wer jetzt nach weiteren Wirtschaftssanktionen schreit und eine militärische Eskalation vorzieht, die mit der Bombardierung iranischer Atom-Anlagen verbunden wäre, handelt verantwortungslos. Entscheidend wird das Rückgrat der wichtigsten Beteiligten sein. Treten sie den Beweis an, dass Groß-Konflikte im 21. Jahrhundert gelöst werden können, ohne dass Blut fließt und Rüstungskonzerne verdienen?

Obama ist bereit dazu. Teheran – hoffentlich – auch.