Artenschutz

Deutschland sieht sich zu grün

Jede dritte untersuchte Art in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) gefährdet. Das geht aus dem am Mittwoch vorgestellten ersten umfassenden Artenschutz-Report hervor.
Jede dritte untersuchte Art in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) gefährdet. Das geht aus dem am Mittwoch vorgestellten ersten umfassenden Artenschutz-Report hervor.

Für Umweltschutz ist längst jeder, doch gibt und sieht sich Deutschland grüner, als das Land wirklich ist. Die Zahl der Arten schrumpft dramatisch.

Luchs, Seeadler, Wolf – viele bewundernswerte Tiere sind wieder in Deutschland heimisch, und solange Wirtschaftsförderer darüber klagen, dass einzelne Feldhamster große Industrieansiedlungen auf der grünen Wiese verhindern, da kann es doch um den Naturschutz nicht so schlecht bestellt sein?

Doch das Bild vom majestätisch über Seen gleitenden Raubvogel, dem Jagdrudel in der Lausitz und die durch den bayerischen Wald schleichende Wildkatze trügt. Der Flächenverbrauch ist ungebrochen, eine industrialisierte Landwirtschaft raubt Insekten und Vögeln den Überlebensraum, und vieles, was in Parks und Gärten so schön natürlich aussieht, ist ökologisch eher wertlos. Oder wann haben Sie zum letzten Mal einen Spatz gesehen?

Irgendwie für Umweltschutz ist längst jeder und jede Partei, doch gibt und sieht sich Deutschland grüner, als das Land wirklich ist. Die Zahl der Arten schrumpft dramatisch, und die aus der Landschaft Verschwundenen lassen sich zumeist nicht so schnell wieder in geschützten Reservaten ansiedeln wie ein paar Luchse, Wölfe, Seeadler.