Der Weg zur Metropole führt über die Hochschulen

Besser man baut ne Hochschule drauß, als dass der Beton in den Köpfen bleibt...Blick auf Bochums Universität.
Besser man baut ne Hochschule drauß, als dass der Beton in den Köpfen bleibt...Blick auf Bochums Universität.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Vor 50 Jahren wurde die Ruhr-Universität Bochum als erste Uni des Ruhrgebiets gegründet. Das war eine Initialzündung für das Revier, das auch heute noch nach seiner Rolle sucht. Und den Weg zur Metropole eigentlich nur über die Wissenschaft finden kann.

Das Ruhrgebiet ist keine Metropole, unterstellt, dass von einer solchen Selbstbewusstsein, Souveränität und Charme erwartet werden. Streng genommen ist das Revier ein fremdregiertes Städtekonglomerat ohne klare Rolle. Es hatte einst Kohle und Stahl zu liefern, heute ist es immer noch auf der Suche nach einer neuen Rolle – auch gerade jetzt, wo selbst Energieriesen schrumpfen. Die jungen Hochschulen im Revier, beginnend mit Bochum 1965 über Dortmund, Duisburg und Essen, sind heute der akademische Rettungsring, der die Region über Wasser hält.

Wer sich davon überzeugen will, wie eine Hochschule Wahrnehmung und Wirklichkeit einer Stadt verändert, kann das Jubiläum von Bochum mitfeiern oder Kleve einen Besuch abstatten, um zu sehen, wie eine Hochschule einer Kreisstadt neue Vitalität einhaucht.

Die Herausforderung der Universitäten in unserer Region ist jedoch vor allem die: Anzuknüpfen an die Internationalität der Einwohner und Einwanderer. Der Herausforderung der Bildungsferne weiter Bevölkerungsschichten zu begegnen. Denn das überalterte, multiethnische Ruhrgebiet ist so etwas wie ein Zukunftsgemälde Deutschlands, vielleicht sogar Europas. Man kann darüber jammern. Oder man kann die Chance ergreifen, die sich mit Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen verknüpft: Dass kluge Köpfe die Region wirtschaftlich stabiler, kulturell reicher und vielleicht sogar charmanter und schöner machen. Auf dass die Region zur Metropole werde.