Der tödliche Waffen-Irrsinn

In den USA hat ein Fünfjähriger seine Schwester mit seinem eigenen Gewehr erschossen.
In den USA hat ein Fünfjähriger seine Schwester mit seinem eigenen Gewehr erschossen.
Foto: Getty/Archiv
Was wir bereits wissen
In den USA werden 13 Mal so viele Kinder mit einer Schusswaffe getötet wie im Durchschnitt der 25 größten Industrienationen. Achtmal so viele bringen sich mit einer Waffe um. Zehnmal so viele sterben nach einem Waffen-Unfall.

Es ist ein Paradoxon. Amerika ist rund um den Globus um die Aufrechterhaltung der Weltordnung bemüht und kann aber nicht mal seine eigenen Kinder schützen. Der Tod der zweijährigen Caroline Sparks, die von ihrem fünf Jahren alten Bruder erschossen wurde, ist gewiss eine Seltenheit. Geladene Tötungsinstrumente, die fahrlässig in Kinderreichweite stehen, sind nicht die Regel.

Hunderttausende Eltern führen ihren Nachwuchs umsichtig und streng an den legalen Waffengebrauch heran, der zu einer kollektiven Identität gehört, die man in Europa nicht versteht. Trotzdem wirft der Fall ein Schlaglicht auf Tatsachen, die Waffenfanatiker immer ausblenden. In den USA werden 13 Mal so viele Kinder mit einer Schusswaffe getötet wie im Durchschnitt der 25 größten Industrienationen. Achtmal so viele bringen sich mit einer Waffe um. Zehnmal so viele sterben nach einem Waffen-Unfall.

Warum? Weil Waffen zigmillionenfach verfügbar sind und nach amerikanischer Lesart auch in Kinderhände gehören. Was für ein tödlicher Irrsinn.