Pflegermangel

Der Therapieplan

Bundesgesundheitsminister Gröhe spricht bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages in Berlin.
Bundesgesundheitsminister Gröhe spricht bei der Eröffnung des Deutschen Pflegetages in Berlin.
Foto: Bernd von Jutrczenka

Mehr Geld für Kliniken, wenn sie viele Pfleger und Schwestern beschäftigen: Die Qualitätsoffensive von Gesundheitsminister Gröhe kann dazu beitragen, Falschbehandlungen zu vermeiden. Aber es gibt auf dem Arbeitsmarkt gar keine Tausende Pflegekräfte, die auf Stellen warten.

Der Therapieplan scheint schlüssig: Kliniken sollen belohnt werden, wenn sie mehr Pfleger und Schwestern beschäftigen. So will Gesundheitsminister Hermann Gröhe dazu beitragen, Falschbehandlungen zu vermeiden. Denn seit Einführung der Fallpauschalen mussten die Krankenhäuser 50.000 Arbeitsplätze für Pfleger und Schwestern abbauen. Und das, obwohl die Patienten immer älter werden, an mehreren Krankheiten zugleich leiden, mithin intensivere Pflege brauchen.

Allerdings könnte es bei der Behandlung des Problems zunächst zu Komplikationen kommen: Denn es gibt auf dem Arbeitsmarkt nicht Tausende von Pflegekräften, die nur darauf warten, dass die Kliniken wieder mehr Personal einstellen, wenn sie nur genug Geld dafür zur Verfügung hätten. Tatsächlich aber könnte Gröhes Rezept auch gegen diesen Pflegermangel wirken: Denn Überlastung ist, vermutlich mehr als die Bezahlung ein Grund dafür, warum nicht genug Menschen einen Pflegeberuf erlernen wollen. Und warum diejenigen, die es doch tun, diese Tätigkeit vorzeitig aufgeben.

Zahlen sollen Gröhes Medizin übrigens die Krankenkassen. Am Ende also die Versicherten. Vielleicht sind die dazu sogar bereit, wenn sich höhere Beiträge tatsächlich in einer besseren Pflege bezahlt machen – statt irgendwo im Gesundheitssystem zu versickern.

Mehr lesen