Ukraine-Krise

Der Schlüssel liegt bei Putin

Am Montag empfängt US-Präsident Barack Obama Angela Merkel im Weißen Haus.
Am Montag empfängt US-Präsident Barack Obama Angela Merkel im Weißen Haus.
Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Die Aussicht auf den Minsker Gipfel macht Hoffnung, dass eine weitere Verschärfung des Kriegs mit unabsehbaren Folgen doch noch zu vermeiden ist.

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, dann kommt offenbar Bewegung in die festgefahrenen Fronten des Ukraine-Konflikts. Die Aussicht auf einen weiteren Vierer-Gipfel am Mittwoch in Minsk macht jedenfalls Hoffnung, dass eine weitere Verschärfung des Kriegs mit unabsehbaren Folgen doch noch zu vermeiden ist – sicher ist dies aber überhaupt nicht.

Die Bundeskanzlerin wäre am Sonntag sicher gern mit etwas Handfesterem im Gepäck zum amerikanischen Präsidenten geflogen – setzt sich doch in Washington immer mehr die Meinung durch, dass nur Waffenlieferungen an die Ukraine den Expansionsdrang Wladimir Putins stoppen können. Angela Merkel, die in der militärischen Hilfe keine Lösung sieht, braucht deshalb möglichst schnell eine klare Perspektive für eine friedliche Beilegung des Konflikts.

Der Druck auf Merkel bleibt also, daran ändert auch der vorsichtige Optimismus vom Wochenende nicht. Und der Schlüssel zu einer Lösung liegt in Moskau. Über die Absichten Putins aber rätselt der Westen seit langem. Klar ist: Der Kremlchef wird sich eine Verständigung teuer bezahlen lassen. Von territorialen Zugeständnissen an Russland bis zur Rücknahme westlicher Sanktionen dürfte am Mittwoch in Minsk vieles auf dem Verhandlungstisch liegen.