Der Preis der Marktwirtschaft

Der DGB fordert den Mindestlohn schon lange.
Der DGB fordert den Mindestlohn schon lange.
Foto: Lars Heidrich

Zehn Jahre wurde erbittert gestritten, jetzt kommt der gesetzliche Mindestlohn. Die Neuregelung ist nicht unproblematisch, aber sie ist überfällig. Es ist unerträglich, wenn Arbeitnehmer trotz Vollzeit zum Aufstocken ihres Gehalts ins Amt rennen müssen. Wer ordentlich arbeitet, muss auch ordentlich bezahlt werden. Das Prinzip der sozialen Marktwirtschaft hat nicht nur einen Wert, sondern auch einen Preis. Das Geschäftsmodell, dass der Staat Billigarbeit mit Zuschüssen subventioniert, ist auf Dauer nicht tragfähig. Auch führt Lohndumping später direkt in die Altersarmut.

Die Wirtschaft warnt vor steigenden Arbeitslosenzahlen, wenn Friseure und Paketfahrer künftig besser bezahlt werden. Auch ist die Sorge um den Erhalt von Praktikanten-Stellen nicht unbegründet. Und auch die Zunahme der bürokratischen Kontrollen wird zur Belastung. Trotzdem bleibt der Mindestlohn in einer vernünftigen Güterabwägung richtig. Wer den Spruch „Leistung muss sich lohnen“ mit Leben ausfüllen will, darf einen Stundenlohn von unter 8,50 Euro nicht akzeptieren.