Der MSV Duisburg und die fehlenden Mäuse

Sorgt sich um die Lizenz, schürt aber auch Aufstiegshoffnungen: MSV-Präsident Ingo Wald. Foto: WAZ-Fotopool
Sorgt sich um die Lizenz, schürt aber auch Aufstiegshoffnungen: MSV-Präsident Ingo Wald. Foto: WAZ-Fotopool
Foto: WAZ/FotoPool
Nach dem Zwangsabstieg steht der MSV Duisburg schon wieder am Abgrund. Doch der Präsident weckt gleichzeitig Aufstiegshoffnungen. Wie vereinbart sich das? Der Fan bleibt ratlos zurück. Ein Kommentar

Essen.. Obwohl der MSV Duisburg in der ersten Bundesliga-Saison (damals noch als Meidericher SV) Vizemeister war und immer noch den „erstklassigen“ 15. Platz in der ewigen Bundesliga-Tabelle belegt, galt der Verein, dessen Wappentier das Zebra ist, über Jahre als graue Maus der Fußball-Szene. Abgesehen davon, dass diese Einschätzung immer despektierlich war – im Vergleich zu heute war der MSV über Jahre ein wahrer Glamour-Klub.

Über die Ursachen des Absturzes wird seit langem heftig gestritten. Ein Knackpunkt war ausgerechnet der Bau der Arena. Seinerzeit als Voraussetzung für einen neuen Höhenflug gefeiert, erwies sie sich als Millionengrab. Wie auch immer man dabei Walter Hellmichs Rolle als Bauherr und Präsident bewertet – nach seinem unrühmlichen Abgang hat es keiner seiner Nachfolger geschafft, dem Verein wieder eine solide Perspektive zu verschaffen.

Dass der MSV, der in der dritten Liga einen bemerkenswerten Zuschauerboom erlebt, jetzt schon wieder am Abgrund steht, lässt sich keinem Fan mehr vermitteln. Aberwitzig wird es, wenn Präsident Ingo Wald von einer drohenden Insolvenz redet und im gleichen Atemzug eine Etaterhöhung um 40 Prozent in Aussicht stellt, ohne zu erklären, woher die „Mäuse“ kommen sollen.