IG-Metall-Chef

Der Modernisierer geht in Frührente

Der Vositzende der IG Metall, Detlef Wetzel (l.), geht in Rente. Ihm soll Jörg Hofmann folgen.
Der Vositzende der IG Metall, Detlef Wetzel (l.), geht in Rente. Ihm soll Jörg Hofmann folgen.
Foto: dpa

Dass Modernisierer nicht jung sein müssen, hat Detlef Wetzel in seiner kurzen Zeit als IG-Metall-Chef eindrucksvoll bewiesen. Er hat die starre Organisation umgekrempelt, mit erfolgreichen Kampagnen neue Zielgruppen wie Leiharbeiter erschlossen und der altehrwürdigen Gewerkschaft eine Frischzellenkur geschenkt, indem er den Fokus auf die Azubis legte und so viele junge Mitglieder gewann. Dass die größte Einzelgewerkschaft des Landes nach ihrem jahrzehntelangen Schrumpfkurs seit Jahren wieder wächst, ist zu einem guten Teil das Verdienst des ebenso bedächtigen wie blitzgescheiten Westfalen.

Nun tritt Wetzel wegen einer starren Altersgrenze ab, die er selbst für aus der Zeit gefallen hält, wie er einmal dieser Zeitung verriet. Das gesetzliche Rentenalter gilt auch für IG-Metall-Funktionäre, Wetzel hätte die Gewerkschaft deshalb keine volle Amtszeit mehr führen dürfen. „Ultimative Hürden passen nicht mehr in diese Zeit“, meinte der Siegerländer. Zum Pragmatismus des Detlef Wetzel gehört aber, dass er selbst mit seinem Abgang noch die nächste stille Revolution anstößt, indem er Christiane Brenner als Vizechefin in Position bringt. Sie könnte in einigen Jahren die erste Vorsitzende der seit ihrer Gründung von Männern dominierten IG Metall werden.

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