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Der Irrglaube vom Umwelt-Pfand

17.10.2012 | 18:24 Uhr
Der Irrglaube vom Umwelt-Pfand
Der Verbraucher ist oft der irrigen Auffassung, dass er etwas Gutes für die Umwelt tut, wenn er Pfand für eine PET-Flasche bezahlt.Foto: Winfried Labus / WAZ FotoPool

Essen.  Flaschensammler verdienen Geld mit den Pfandflaschen. Die Umwelt verdient nichts - im Gegenteil - die Müllberge aus Einwegflaschen wachsen. Das Pfandgesetz gehört auf den Prüfstand. Ein Kommentar.

Von der 2003 eingeführten Pfandpflicht für Getränkever­packungen haben eigentlich nur die Flaschensammler profitiert, die Züge und Abfalleimer durchkämmen, um sich mit dem Pfand ein Zubrot zu verdienen. Den Müllberg hat das umstrittene Gesetz nicht abgebaut. Im Gegenteil. Nie zuvor gab es so viele Einwegflaschen. Das hat der Bundesumweltminister bestätigt.

Mit dem Gesetz bleibt nicht nur die ökologische Wirkung aus. Der Handel muss ein aufwendiges Rücknahmesystem vorhalten, die riesigen Säcke mit leeren Flaschen per Lkw transportieren lassen. Und der Verbraucher ist auch noch der irrigen Auffassung, dass er etwas Gutes für die Umwelt tut, wenn er Pfand für eine PET-Flasche bezahlt, die am Ende doch nicht wiederverwendet wird. Das irrwitzige Logo auf dem Etikett jedenfalls erklärt ihm nicht, dass diese Flasche am Ende geschreddert wird.

Das Pfandgesetz gehört auf den Prüfstand – und zwar schnell.

Frank Meßing

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Der Irrglaube vom Umwelt-Pfand
Der Irrglaube vom Umwelt-Pfand
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2012-10-17 18:24
Pfandflaschen, Pfand, Mehrweg, Umweltschutz, Getränke
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