Exporte

Der Herr über den Butterpreis

Das Butterbrot wird wieder etwas teurer.
Das Butterbrot wird wieder etwas teurer.
Foto: ASA Selection

Was hat dieser Mario Draghi eigentlich mit dem Butterpreis zu tun? Ganz einfach: Europas Chefbanker schmeißt billiges Geld auf den Markt, der Preis für den Euro gerät ins Rutschen und begünstigt die Exporte – auch für Milchprodukte. Das erklärt, warum der Preis fürs Streichfett, der noch im September auf Talfahrt ging, jetzt wieder anzieht.

Damals malten nicht nur Bauernverbände ein düsteres Bild: Russland reagierte auf Sanktionen des Westens mit einem Boykott von EU-Waren. Das riesige Reich, bis dahin einer der größten Abnehmer landwirtschaftlicher Produkte aus EU-Produktion, schloss seine Grenzen für Lebensmittel aus der Staatengemeinschaft. Quasi über Nacht brach ein äußerst wichtiger Markt weg.

Draghis Geldpolitik sorgte allerdings dafür, dass die Auswirkungen dieses Boykotts beileibe nicht so drastisch ausfielen wie befürchtet. Die Hersteller fanden andere Abnehmer. Bleibt nur zu hoffen, dass von der jetzt anstehenden Preiserhöhung mehr beim Landwirt hängenbleibt. Das dürfte aber nur frommes Wunschdenken sein. Denn die nächste Runde im Kampf um den günstigsten Preis kommt bestimmt.