Der automatische Krieg
25.01.2013 | 17:52 Uhr 2013-01-25T17:52:00+0100
Die Bundeswehr muss Milliarden Euro sparen. Zugleich wachsen die Anforderungen an die Truppe. Auslandseinsätze an zahlreichen Krisenherden der Welt bringen sie schon jetzt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund erscheinen Kauf und Einsatz von Kampfdrohnen vernünftig. Die unbemannten Flugzeuge benötigen keine Besatzung, sie sind preisgünstiger als herkömmliche Kampfflugzeuge und lassen sich aus der Ferne steuern. So werden Verluste von Mensch und Material minimiert. Durch Angriffe aus der Luft können zudem manche riskanten Bodeneinsätze vermieden werden.
Doch es gibt auch starke Bedenken. Der Einsatz von Drohnen hat die Kriegsführung radikal verändert. Der intensive Drohnenkrieg der USA gilt als völkerrechtlich fragwürdig. Die Jagd auf echte und vermeintliche Terroristen durch unbemannte Flugsysteme wird international kritisiert. Die genaue Zahl der Opfer kennt niemand. Doch allein in Pakistan wurden nach US-Angaben seit 2004 etwa 3300 Menschen getötet. Wie viele Zivilisten darunter waren, lässt sich nur schätzen.
Die Bundeswehr hat einen Verteidigungsauftrag. Eine Kampfdrohne aber ist eine Angriffswaffe. Wie diese Systeme zu der Doktrin passen, muss die Bundesregierung noch schlüssig erklären. Es besteht die Gefahr, dass die Drohnen die Schwelle für einen Kampfeinsatz senken. Der Krieg automatisiert sich. Was dies für rechtliche und moralische Folgen hat, wird heute noch nicht einmal diskutiert.
18:20
von Clausewitz lesen, das hilft beim Verstehen von Angriffs- und Verteidigungswaffen. Nach dem Lesen hier dann wieder melden.
20:49
Mal ganz abgesehen von einer durchaus nötigen Diskussion über den Verteidigungsauftrag und seine Auslegung - der Unterschied zwischen "Angriffswaffen" und "Verteidigungswaffen" ist Unfug. Und das schon seit es keine befestigten Städte und Festungen und damit stationäre Waffen mehr gibt.
Ob ich ein Gewehr (und hier kann man nahezu jedes andere Waffensystem einsetzen) dazu gebrauche "mein" Land zu verteidigen oder das der anderen anzugreifen ist dem Gewehr herzlich egal.