Der automatische Krieg

Eine Kampfdrohne  ist eine Angriffswaffe. Wie diese Systeme zu der Doktrin des Verteidigungsauftrags passen, muss die Bundesregierung noch schlüssig erklären.
Eine Kampfdrohne ist eine Angriffswaffe. Wie diese Systeme zu der Doktrin des Verteidigungsauftrags passen, muss die Bundesregierung noch schlüssig erklären.
Foto: Lt Col Leslie Pratt/DOD/U.S. Air Force/dapd

Die Bundeswehr muss Milliarden Euro sparen. Zugleich wachsen die Anforderungen an die Truppe. Auslandseinsätze an zahlreichen Krisenherden der Welt bringen sie schon jetzt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Vor diesem Hintergrund erscheinen Kauf und Einsatz von Kampfdrohnen vernünftig. Die unbemannten Flugzeuge benötigen keine Besatzung, sie sind preisgünstiger als herkömmliche Kampfflugzeuge und lassen sich aus der Ferne steuern. So werden Verluste von Mensch und Material minimiert. Durch Angriffe aus der Luft können zudem manche riskanten Bodeneinsätze vermieden werden.

Doch es gibt auch starke Bedenken. Der Einsatz von Drohnen hat die Kriegsführung radikal verändert. Der intensive Drohnenkrieg der USA gilt als völkerrechtlich fragwürdig. Die Jagd auf echte und vermeintliche Terroristen durch unbemannte Flugsysteme wird international kritisiert. Die genaue Zahl der Opfer kennt niemand. Doch allein in Pakistan wurden nach US-Angaben seit 2004 etwa 3300 Menschen getötet. Wie viele Zivilisten darunter waren, lässt sich nur schätzen.

Die Bundeswehr hat einen Verteidigungsauftrag. Eine Kampfdrohne aber ist eine Angriffswaffe. Wie diese Systeme zu der Doktrin passen, muss die Bundesregierung noch schlüssig erklären. Es besteht die Gefahr, dass die Drohnen die Schwelle für einen Kampfeinsatz senken. Der Krieg automatisiert sich. Was dies für rechtliche und moralische Folgen hat, wird heute noch nicht einmal diskutiert.