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Kanal-TÜV

Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt

17.09.2012 | 06:00 Uhr
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
Der Kanal-TÜV soll kommen.

Düsseldorf.  Der Kanal-TÜV wird - allen Anzeichen nach - alle Hausbesitzer in NRW treffen. In einigen Fällen wird die Dichtheitsprüfung ein teures Unterfangen. Das garantiert wütende Proteste der betroffenen Bürger. Denn warum es einen Kanal-TÜV braucht, hat die Regierung noch nicht erklärt. Ein Kommentar.

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, bringt die rot-grüne Regierungskoalition gerade im Gewand großzügiger Übergangsfristen und Sozialklauseln doch eine flächendeckende Überprüfung privater Abwasserrohre auf den Weg.

Lange waren die Signale zum „Kanal-TÜV“ widersprüchlich, doch spätestens seit dem Landtagswahlsieg scheint klar: Im Namen des Grundwasserschutzes sollen alle NRW-Hausbesitzer für die regelmäßige Durchleuchtung ihrer Schmutzleitungen zahlen.

Kanal-TÜV
NRW-Regierung plant nun doch „Kanal-TÜV“ für alle

Hausbesitzer in Nordrhein-Westfalen sollen in Zukunft grundsätzlich zur regelmäßigen Überprüfung der Abwasserrohre auf ihren Privatgrundstücken verpflichtet werden. Das sieht eine Verständigung über den umstrittenen „Kanal-TÜV“ vor, den die Landtagsfraktionen von SPD und Grünen beschließen wollen.

Im Einzelfall kann es kostspielig werden. Wütende Proteste sind garantiert. Das Anliegen mag ehrenwert sein, da niemand Medikamente und Fäkalien im Grundwasser versickern sehen will. Doch der wissenschaftliche Beleg für eine grobe Umweltgefährdung durch undichte private Leitungen ist zu dünn, als dass einem die Notwendigkeit eines gesetzlich vorgeschrieben Kanal-TÜVs einleuchten will. Offenkundig ist aber, dass sich hier eine neue Quelle zum Abschöpfen auftut: Wo eine Überprüfung ist, findet sich schnell auch Reparatur- und Servicebedarf.

Tobias Blasius



Kommentare
14.10.2012
00:56
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von langenohl | #36

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft versicherte allen Bürgerinnen und Bürgern, dass Dichtheitsprüfungen nur in Wasserschutzgebieten und bei privater gewerblicher Nutzung vorgesehen sind. Der Schutz des Trinkwassers als Lebensmittel Nummer eins ist ein wichtiges Ziel der Sozialdemokraten in NRW.Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ist es, der sich beharrlich für eine bundeseinheitliche Regelung in dieser Frage verweigert.Die NRW SPD nimmt die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. “Wir stehen nach wie vor für eine bürgerfreundliche und rechtssichere Lösung beim Thema Dichtheitsprüfung”, so Hannelore Kraft.
Die ursprüngliche Vorschrift von der CDU und FDP Landesregierung eine Dichtheitsprüfung für alle private Haushalte vorzuschreiben, ist also mit der SPD nicht zu machen und wird auch nicht kommen.
Rückblick: Im Jahr 2007 wurde in NRW von der schwarz-gelben Landesregierung der umstrittene Paragraph 61a in das Landeswassergesetz NRW eingefügt. Seitdem wird hierüber die Dichth

11.10.2012
16:45
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #35

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.09.2012
14:09
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von gegenkanalwahn | #34

Diesen Loosern von der SPD wird die Lüge der Frau Kraft bezüglich dem Kanalwahn von ROT - GRÜN in NRW - Frau Kraft hatte vorher angekündigt ein und Zweifamilienhäuser vom Generalverdacht freizustellen und diese von der unnötigen und unsinnigen Kanalprüfung zu befreien. Dies erweist sich als Wählertäuschung - hier bei uns brauchen weder ROT noch Grün Wahlplakate aufzuhängen - dann gibt es die Eierspende.
Wir wollen keine Betrüger Herr peer Steinbrück. Auch Tante Kraft muss weg. Wir wollen keine Wahlbetrüger.
http://www.lokalkompass.de/kleve/ratgeber/airport-weeze-schliesst-fuer-drei-tage-d206784.html#comment644481

19.09.2012
11:42
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von gracu | #33

Eine Überprüfung der Abwasserrohre erscheint richtig. Wie ist es aber dann möglich, dass ca. 100 m neben meiner Abwasserleitung landwirtschaftlicher Abfall und Gülle tonnenweise in den Boden eingebracht wird. Alles legal und schon immer so!
Könnte bei etwaiger möglicher Undichtigkeit bei mir das überhaupt Auswirkung haben?

1 Antwort
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von meinemeinungdazu | #33-1

So weit können Politiker nicht denken. Hunderte Millionen cbm Gülle werden ausgefahren, auch in Wasserschutzgebieten. Millionen Tiere verrichten ihr Geschäft in der freien Natur, Hunde scheißen an den Straßenrand etc. In der Gülle verbergen sich Antibiotika, die man dem Hausbesitzer aber vorwirft. Da kann doch nur eine Grüne Mafia am Werk sein, oder? Versagt doch den Rot-Grünen die Wählerstimmen. Auch Frau Kraft muss man der Lüge bezichtigen, weil sie vor den Wahlen anders gesprochen hat, ebenso wie Remmel. Es bleiben Bevormunder erster Güte. Oder müssen die nun die Wahlkampfgelder der Lobby abarbeiten?

18.09.2012
15:06
@knappe | #31
von vaikl2 | #32

Außer in den Bundesgesetzen zur Mineralrohstoff- und Energieressourcengewinnung gibt es keine Regeln, wie tief das Eigentums- und Nutzungsrecht meines Grundstücks ins Erdinnere reicht. Die nicht bergfreien und nicht bundeseigenen Rohstoffe darf ich nutzen, wie ich möchte. Das gilt übrigens in ähnlicher Form auch für den Luftraum. Insofern liegt der Irrtum eher bei Ihnen, trotz "knappe" als Nick.

1 Antwort
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von knappe | #32-1

[Außer in den Bundesgesetzen zur Mineralrohstoff- und Energieressourcengewinnung gibt es keine Regeln, wie tief das Eigentums- und Nutzungsrecht meines Grundstücks ins Erdinnere reicht. Die nicht bergfreien und nicht bundeseigenen Rohstoffe darf ich nutzen, wie ich möchte. Das gilt übrigens in ähnlicher Form auch für den Luftraum. Insofern liegt der Irrtum eher bei Ihnen, trotz "knappe" als Nick.]

Na dann versuchen Sie mal ohne behördliche Genehmigung über Ihrem Grundstücksluftraum mit einen z.B. Ballon aufzusteigen ...

18.09.2012
13:17
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von knappe | #31

Da meint scheinbar jeder Häuselbauer, dass die Nutzungsrechte für sein Grundstück von der Erdoberfläche bis zum Mittelpunkt des Planeten Erde reichen.

Und dass die staatlich unterstützte Baufinanzierung - die ja viele Bauherrn in Anspruch nehmen - geschenktes Geld ist.

!!! Irrtum !!!

17.09.2012
15:01
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von Juelicher | #30

Ein paar Lobbyisten der Kanallobby sind hier scheinbar auch mittlerweile unterwegs!

17.09.2012
14:48
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von Frosch1abc | #29

Das waren alles mal wieder Wahlkampfparolen!
Jetzt soll die Dichtheitsprüfung/Funktionsprüfung in aller Härte in NRW durchgesetzt werden.
Auch die Anfang des Jahres noch von Umweltminister Remmel in Aussicht gestellten Ausnahmen für normale Einfamilienhäuser mit einem Wasserverbrauch von weniger als 200 Kubikmeter pro Jahr wird es nach dem Willen der Regierungskoalition nicht mehr geben. Auch von Frau Hannelore Kraft ihren Aussagen im Wahlkampf, ein und zwei Familienhäuser könnte man ja ausnehmen, ist jetzt nichts mehr zu hören.
Und unser Bundesumweltminister Peter Altmaier hält es immer noch nicht für nötigt sich bei den Bundesländern für einen bundeseinheitliche Rechtsverordnung zum WHG (Wasser Haushaltsgesetz) stark zu machen.
Gutachten, die eine genaue quantitative Beurteilung der Beeinträchtigung von
Grundwasser durch kommunale Abwassereinleitungen erlauben, liegen der
Bundesregierung nicht vor.
Alles dicht in NRW

17.09.2012
14:39
Bürger NRWs haben sich diese Abzocker- und Loserregierung selbst ausgesucht
von FreieMeinung79 | #28

Also hört auf zu jammern und zahlt. Denn Hannelore bekommt rein gar nichts zu stande, außer sinnlos Geld auszugeben für Schulformen und neue Ministerien die keiner braucht, Studiengebühren abzuschaffen ohne Plan B, und neue Gebühren und Steuern zu erheben.

Das Land verdient diese Regierung, auch wenn 50% sie nicht wählten, was Hannelore regelmäßig unterschlägt.

Ein Herr Lindner von der FDP hat bei der Generaldebatte viele Dinge gut auf den Punkt gebracht und die Regierung hatte rein gar nichts entgegenzuhalten. Das ist schon bezeichnend.

1 Antwort
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von meinemeinungdazu | #28-1

Dazu haben Kraft und Remmel die Bürger vor der Wahl massiv belogen. Solche Typen darf man nicht mehr wählen.

17.09.2012
14:19
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist nicht berechtigt
von Malakostraka | #27

Meiner Meinung nach ist der Ärger unberechtigt.
Der fachliche Hintergund scheint leichter zu fassen als er wirklich ist.
Fakt ist, dass Grundwasser und tiefliegende Bodenschichten unterhalb von Siedlungsräumen durch exfiltrierende Abwässer deutlich verunreinigt sind. Das heißt, man könnte die Lage von Städte auf einer NRW-Karte anhand der darunterliegenden, stark verschmutzten Bodenbereiche einzeichnen. Diese Erkenntis steht heute fest.
Die eigentlichen Ärgernisse sind:
1. dass sich private Leitungsnetze in der Regel in deutlich schlechterem Zustand befinden als öffentliche Netze
2. dass die Folgen der jetzigen Situation erst in 80-120 Jahren offenbar werden, sonst würde das Thema anders wahr genommen.

4 Antworten
Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von Juelicher | #27-1

Die von Ihnen behaupteten Erkenntnisse gibt es nicht? Infiltrationen sind allenfalls ein paar Zentimeter außerhalb der Leitungen nachweisbar!

"private Leitungsnetze in der Regel in deutlich schlechterem Zustand "
von vaikl2 | #27-2

Woher haben Sie diesen Unsinn?

In reinen Siedlungs-/Neubaugebieten ist der private Anschluss in der Regel genau so alt wie das städtische Netz und in Gebieten mit Misch-/Altbestand leidet das öffentliche Netz durch den Verkehr wesentlich mehr als das private durch darauf befindliche Bebauung.

Der Ärger der Hausbesitzer über den Kanal-TÜV ist berechtigt
von baldinsoelde | #27-3

@ vaikl2 | #27-2

Der schlechtere Zustand der privaten Kanäle resultiert aus der fehlenden Kontrolle. Jeder Baum, insbesondere jede Birke auf dem Grundstück ist eine potentielle Gefahr.

Straßen sind versiegelte Flächen, die keine Oberflächenwässer durchleiten. Damit streben die Wurzeln des Straßenbegleitgrüns zur anderen Seite.

@baldinsoelde | #27-3
von vaikl2 | #27-4

Der Inspektionsgrad der Kommunen beträgt max. 6-8 Prozent. Da sind also Hausbesitzer, die sich in 20 Jahren einmal konkret z.B. bei einer privaten Baumaßnahme um ihre Kanäle kümmern, besser dabei.

Meine Hausanschlüsse gehen - ähnlich wie bei der Mehrzahl von Altbaubesitzern in Städten - direkt vom Haus in den Straßenraum, da ist außer *städtischem Straßenbegleitgrün* nix von mir zu checken. Dass das Stadtgrün neben parkenden Kfz aber dafür gesorgt hat, dass der Hausanschluss über 45 Jahre gebrochen ist und mir bei Starkregen und vollem Kanal die Brühe von der Straße aus die Kellerwände durchnässt, davon will die Stadt nix wissen.

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