Dem VfB Stuttgart fällt nichts mehr ein

Zurück in Stuttgart - da kann sogar Huub Stevens, der Knurrer von Kerkrade, lächeln. Foto: Getty
Zurück in Stuttgart - da kann sogar Huub Stevens, der Knurrer von Kerkrade, lächeln. Foto: Getty
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Armin Vehs zweites Engagement in Stuttgart endete auf Platz 18. Dennoch versuchen es die Schwaben auch mit Huub Stevens ein zweites Mal. Kein Zeichen für eine weitsichtige Vereinsstrategie. Ein Kommentar

Für Fußballvereine mit einem großen Namen ist der drohende Abstieg in die zweite Liga gewöhnlich ein Schreckensszenario, das den Untergang des Klubs verheißt. Deshalb ordnen viele Vereinsführer alles der kurzfristigen Überlebensstrategie unter. Wie sonst wäre zu erklären, warum der VfB Stuttgart nach kaum einem halben Jahr Huub Stevens zurückholt.

Perspektivisch war schon das erste Engagement des Ex-Schalkers nicht angelegt gewesen. Eher schon die Verpflichtung von Armin Veh, die sich aber schnell als Missverständnis herausgestellt hat. Offenkundig hatten bei Vehs Comeback mehr Sentimentalitäten als sachliche Erwägungen eine Rolle gespielt. Sollte doch mit dem Coach die erfolgreiche Vergangenheit (Meister 2007) herauf beschworen werden – ein Versuch, an dem sich schon etliche Klubs verhoben haben.

Dass es auch anders geht, hat Borussia Mönchengladbach gezeigt. Im Frühjahr 2011, als die Mannschaft scheinbar abgeschlagen auf dem letzten Rang lag, entschieden sie sich dort nach der Trennung von Michael Frontzeck nicht für einen der üblichen „Feuerwehrmänner“ der Branche. Sondern für einen Coach, der für Nachhaltigkeit steht. Dass Lucien Favre die Borussen damals noch rettete, lag auch am nötigen Quäntchen Glück. Aber selbst bei einem Abstieg wäre Gladbach mit diesem Trainer wohl kaum ins Bodenlose gestürzt.

Stuttgart dagegen reagiert nach dem einfallslosen Motto: Sich irgendwie mal wieder durchwurschteln – und dann weitersehen. Ein Konzept sieht anders aus.