Day of Song muss leben

Den Day of Song wird es künftig nicht mehr geben.
Den Day of Song wird es künftig nicht mehr geben.
Foto: Ulla Emig/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das überraschende Aus für den Day of Song, der mit 700. 000 Euro Gesamtbudget wirklich nicht zu den kulturellen Geldvernichtungsmaschinen im Revier zählt, wirft unangenehme Fragen auf.

Ehrenamt, Teilhabe, Integration, interkommunale Netzwerke: Das sind alles Stichworte, die heute von Politikern als zukunftswichtig beschworen werden. Der Day of Song hat es tatsächlich geschafft, diese Forderungen zu realisieren, und zwar mit einer überwältigenden Motivation von unten.

Vielleicht ist das Mitsing-Festival deshalb auf die Streichliste gekommen? Weil man am Ende dann eben doch begeisterte Bürger jeden Alters und aller Herkunftsländer, die gemeinsam singen, von oben herab ein wenig belächelt. Es fehlt ja der Glamour, der rote Teppich, der dicke Max.


Das überraschende Aus für den Day of Song, der mit 700. 000 Euro Gesamtbudget wirklich nicht zu den kulturellen Geldvernichtungsmaschinen im Revier zählt, wirft unangenehme Fragen auf. Wie kann es sein, dass diese Entscheidung an den Partnern vorbei gefällt wurde? Warum gab es keine Evaluation der vielfach kritisierten organisatorischen Fehlleistungen des Trägers? Was wird jetzt aus dem Etat, der für Kulturhauptstadt-Nachhaltigkeit festgeschrieben ist?

Der Day of Song hat dem kleinen Mann eine Stimme verliehen, er hat sozusagen die musikalische Schwarmintelligenz des Reviers geweckt. Schon allein deswegen sollte er weiterleben. Aber ob nun ausgerechnet die Ruhr-Tourismus das richtige Dach für ein Kulturfestival ist, das darf nach Lage der Dinge sehr bezweifelt werden.