Das Rad dreht sich weiter und weiter

Der spanische Radprofi Joaquin Rodriguez hat die dritte Etappe der Tour de France gewonnen.
Der spanische Radprofi Joaquin Rodriguez hat die dritte Etappe der Tour de France gewonnen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Dramatische Bilder bei der Tour de France: 55 Kilometer vor dem Ziel kommt es bei Tempo 42 zu einem Massensturz. Die Tour aber geht einfach so weiter.

Wer den Massensturz auf der dritten Etappe der Tour de France gesehen hat, dem ist eine Sekunde lang das Herz stehen geblieben. Fast unbegreiflich, dass alle Fahrer wieder ohne Hilfe aufstehen konnten und nur vier von ihnen das Rennen aufgeben mussten.

Profi-Radrennen sind ein Hochgeschwindigkeits-Sport auf dünnen Reifen und oft mit Körperkontakt im Hauptfeld oder im Sprint. Das Risiko fährt also immer mit. Und manchmal schlägt das Schicksal einfach zu. Am Montag an einer eigentlich ungefährlichen Stelle, mitten auf einer schnurgeraden, gut einsehbaren Landstraße.

Gegen solche Unfälle kann niemand etwas machen. Doch auf der vierten Etappe haben die Veranstalter den Nervenkitzel bewusst erhöht. Auf die Fahrer warten in der in berüchtigten "Hölle des Nordens" 13 Kilometer über Kopfsteinpflaster.

Natürlich sorgen solch’ brutalen Strecken für höhere Einschaltquoten und für noch mehr Zuschauer am Streckenrand. Dabei sollte relativ glimpflich ausgegangener Unfall wie der vom Montagnachmittag eigentlich demütig machen. Aber dafür ist bei der Tour keine Zeit. Alle Etappen sind natürlich längst geplant, das Rad dreht sich weiter und weiter. Ohne Rücksicht auf Verluste.