Lehrergehälter

Das Problem ist nicht mehr wegzuschweigen

Ein Kommentar von Nina Grunsky

Ein Kompromiss ist bekanntlich nur dann gerecht und dauerhaft, wenn alle Partner damit gleichermaßen unzufrieden sind. Womit schon alles gesagt wäre über den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst.

Zufrieden haben sich die Vertreter des Deutschen Beamtenbundes gezeigt – und Verdi-Chef Frank Bsirske. Die angestellten Lehrer allerdings, deren Streikbereitschaft den Tarifverhandlungen in den vergangenen Wochen viel öffentliche Aufmerksamkeit beschert und damit zum Ergebnis beigetragen hat, stehen nun mit ihrer Unzufriedenheit allein da. Ihr Wunsch, Besoldungs- und Entgelttabellen anzugleichen, ist bei den Verhandlungen auf der Strecke geblieben. Jetzt müssen sie ohne Unterstützung dafür kämpfen.

Nun ist den verbeamteten Lehrern, die engagiert Kinder unterrichten und erziehen, die viel Zeit und Arbeit in ihre Aus- und auch Fortbildung investiert haben, ihr Gehalt zweifelsohne zu gönnen. Es geht auch keineswegs darum, eine Gruppe gegen die anderen auszuspielen. Tatsache jedoch ist, dass unter dem Strich netto auf den Konten von verbeamteten und angestellten Lehrern ein spürbarer Unterschied bleibt.

Dieses Problem, das immerhin haben die angestellten Lehrer erreicht, lässt sich künftig nicht mehr wegschweigen. Zu groß ist diesmal die öffentliche Aufmerksamkeit gewesen. Darüber müssen sich die Verhandlungspartner im Klaren sein, Frank Bsirske ebenso wie die Arbeitgeber, also die Länder. Auf Dauer wird man um eine Lösung des Problems jetzt nicht mehr umhin kommen – auch wenn es teuer wird. Weitere Streiks aber gehen vor allem auf Kosten von Schülern, Eltern und letztlich des Bildungsstandorts.

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