Das Land bricht auseinander

Das ist eine asoziale Entwicklung: Trotz seit Jahren ausgezeichneter Konjunkturdaten, trotz abnehmender Arbeitslosenzahlen und Rekord-Beschäftigungsquoten zerfällt die Gesellschaft mehr und mehr in Arm und Reich. Dem Paritätischen Wohlfahrtsverband sei Dank, dass er die Öffentlichkeit regelmäßig mit der Nase auf diesen unappetitlichen Umstand stößt.

Hauptbetroffene sind nach wie vor Leute ohne Job, Alleinerziehende, Menschen ohne Bildungsabschluss, Rentner – und viele, viele Kinder. 12,5 Millionen Menschen, 15,5 % der deutschen Bevölkerung waren 2013 arm. Das stellt den moralisch-ethischen Anspruch einer vermeintlich sozialen Marktwirtschaft auf den Kopf. Auch regional ist die Misere unvertretbar. Der Norden und Osten – und auch das Ruhrgebiet – sind bettelarm, der Süden dagegen wohlsaturiert. So bricht ein Land, so bricht eine Gesellschaft auseinander.