Das Kind als Lebenserfolg

Viele Eltern fühlen sich gestresst – und machen sich meist selbst zu viel Druck.
Viele Eltern fühlen sich gestresst – und machen sich meist selbst zu viel Druck.
Foto: Archiv/imago
Was wir bereits wissen
Warum finden Väter und Mütter das Elternsein trotz aller staatlichen Hilfen unendlich anstrengender als sie es bei ihren eigenen Eltern erlebt haben?

Eltern haben es in Deutschland heute leicht. Es gibt Kindergeld, Krippen und Kitas, Teilzeitjobs und Ganztagsschulen, Vätermonate und Frauenförderung. Warum aber lässt der Stress nicht nach? Warum finden Väter und Mütter das Elternsein trotz aller staatlichen Hilfen unendlich anstrengender als sie es bei ihren eigenen Eltern erlebt haben?

Weil der Druck größer ist – vor allem der, den sie sich selbst machen. Das beginnt mit der Frage nach dem richtigen Babybrei, der richtigen Kleinkindbetreuung und der Wahl des richtigen Instruments und geht bis zur Suche nach der passenden Universität. Ratgeber, Besserwisser und Elternzirkel verstärken den Druck noch – oft bis zur Hysterie.

Dahinter steht ein banales Motiv: Ein gut geratenes Kind gilt heute mehr denn je als sichtbarer Lebenserfolg seiner Eltern. Den will keiner leichtfertig verspielen. Deshalb der ganze Stress.