Soll man den Griechen jetzt ihre Schulden erlassen?

Das falsche Signal

Wahlsieger Alexis Tsipras will den Schuldenschnitt.
Wahlsieger Alexis Tsipras will den Schuldenschnitt.
Foto: dpa

Es mag schon sein, dass ein weiterer Schuldenschnitt irgendwann unumgänglich sein wird, aber jetzt ist der denkbar schlechteste Zeitpunkt, darüber auch nur zu reden. Denn für jeden Schuldenerlass ist entscheidend, dass der Gläubiger versichern kann, dadurch wenigstens den Rest der Schulden zurückzuzahlen. Macht Tsipras aber seine Wahlversprechen wahr, steuert er sein Land schnurstracks in den Ruin – ob mit oder ohne Euro. Ihn darin mit einem Schuldenschnitt auch noch zu bestärken, wäre absurd.

Dass Athen ohne die Zinslast Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet, ist ja kein Zufall, sondern Folge der Reformen. Dass die vor allem die einfachen Menschen so hart trafen, ist nicht die Schuld der geizigen Deutschen. Sondern die Folge jahrelanger Misswirtschaft mit einem überbordenden, korrupten Staat ohne funktionierende Steuerverwaltung. Wenn nun der Kommunist Tsipras diesen Staat wieder aufblähen will, rennt er in die nächste Schuldenfalle. Soweit muss es nicht kommen. Tsipras wäre nicht der erste Populist, der als Regierungschef zum Realisten wird.

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