Douglas-Konzern

Das Ende einer Ära

Ein Kommentar von

Das Unternehmen Douglas war einmal das, was treffend der Ausdruck Mischkonzern beschreibt: Die Marken unter dem gemeinsamen Konzerndach deckten die Sparten Süßwaren, Mode & Bekleidung, Schmuck, Bücher und Parfümerie ab. An der Spitze stand die Hagener Unternehmerfamilie Kreke. Das war einmal. Mit dem Einstieg der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Advent Ende 2012 begann Schritt für Schritt die Zerschlagung des Konzerns. Eine Strategie, die der Familienpatriarch Jörn Kreke wohl nicht mehr mitgehen mochte: Er zieht sich jetzt als Aufsichtsratschef zurück.


Damit scheint die Frage beantwortet, wie groß der Einfluss der einstigen Inhaberfamilie im Unternehmen noch ist: Er nimmt stetig ab, obwohl Krekes Sohn Henning Vorstandschef ist. Die Richtung gibt allein Advent vor. Das Ziel der Bostoner ist klar: die Rückkehr von Douglas an die Börse. Nicht aus Prestigegründen. Sondern des Geldes wegen. Dazu muss der Konzern börsentauglich gemacht werden: Unternehmensteile, die nicht den Gewinnerwartungen entsprechen, müssen weg. Um jeden Preis. Dem müssen sich auch Einstellungen unterordnen, die Familienunternehmern wichtig sind. Insofern ist der Kreke-Abschied nicht eine Zeitenwende, sondern das endgültige Ende einer (Familien-)Ära. Das ist für die einstigen Inhaber schade – und beunruhigend für alle Mitarbeiter.