Das Dilemma der Minizinsen

Ein Zins für das zwiegespaltene Europa – der Spagat tut langsam weh.
Ein Zins für das zwiegespaltene Europa – der Spagat tut langsam weh.
Foto: Arne Dedert/dpa
Was wir bereits wissen
Die EZB steckt in der Zwickmühle. Sie hat sich entschieden, die Krisenländer mit Geld zu fluten. Allein – das hat weder in den USA noch in Europa bisher geholfen, warum sollte sich das nun ändern?

Gute Zeiten vertragen hohe Zinsen, in schlechten helfen niedrige. Nur was nützt diese Binse, wenn es einem Teil von Europa ganz gut, dem anderen richtig schlecht geht? Die EZB steckt in der Zwickmühle. Sie hat sich entschieden, die Krisenländer mit Geld zu fluten. Allein – das hat weder in den USA noch in Europa bisher geholfen, warum sollte sich das nun ändern?

Sicher sind nur die Nachteile für die Nordeuropäer. Trotz ebenfalls niedriger Inflationsrate verlieren ihre Ersparnisse ohne eigenes Zutun an Wert. Und die billigen Kredite, so die Banken den gesunkenen Leitzins an ihre Schuldner weitergeben, haben nicht nur Vorteile. Erstens verleiten Minizinsen auch Leute zum Schuldenmachen, die das neue Haus oder Auto trotzdem nicht zurückzahlen können. Zweitens fressen steigende Immobilienpreise die schönen Minizinsen wieder auf. Ein Zins für das zwiegespaltene Europa – der Spagat tut langsam weh.