Das Bremer Warnsignal

Jens Böhrnsen ist tief getroffen. Am Montag zog der 65-jährige die Konsequenzen und dankte ab: Böhrnsen will im Landesparlament nicht mehr als Regierungschef kandidieren.
Jens Böhrnsen ist tief getroffen. Am Montag zog der 65-jährige die Konsequenzen und dankte ab: Böhrnsen will im Landesparlament nicht mehr als Regierungschef kandidieren.
Foto: dpa
Dass die Bremen-Wahl ein derartiges Fiasko werden könnte, hatten SPD und Grüne gewiss nicht auf dem Schirm. Die SPD sollte es als Warnsignal nehmen.

Es ist ein Rückschlag für Rot-Grün zum unerwarteten Zeitpunkt. Dass die Wahl in Bremen ein derartiges Fiasko werden könnte, hatten SPD und Grüne gewiss nicht auf dem Schirm. Die Stimmenverluste rütteln die Koalition derart durch, dass Bürgermeister Jens Böhrnsen hinwirft. Plötzlich scheint sogar fraglich, ob die Koalitionäre im Bremer Rathaus überhaupt ein weiteres Mal zusammenfinden.

Das kleine Bremen ist nicht eben der Nabel der bundespolitischen Welt. Aber vor allem die SPD sollte den ungemütlichen Wahlsonntag trotzdem als Warnsignal nehmen. Wenn selbst ein allseits geachteter und integrer Mann wie Böhrnsen vom Wähler abgestraft wird, läuft etwas falsch in der Partei. Es fehlt inhaltlich ein klarer Kompass sowie personell eine überzeugende Alternative zur Kanzlerin. Und die schon tot geglaubte FDP wird wieder zum potenziellen Partner der Union. Keine guten Nachrichten für die SPD.

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