Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Thyssen-Krupp

Cromme macht den Weg frei

08.03.2013 | 19:02 Uhr
Cromme macht den Weg frei
Cromme, der nach zwölf Jahren an der Aufsichtsratsspitze zwangsläufig Teil einer Kultur der Selbstgewissheit und Arroganz war, wirkte wie ein Schatten der Vergangenheit.Foto: Sascha Schuermann/dapd
Empfehlen
Kommentare

Es geht um das Unternehmenswohl. Und hier müssen Beitz und Cromme in den vergangenen Wochen erkannt haben, dass es ohne ihn besser voran geht als mit ihm. Somit war der Rücktritt von Gerhard Cromme folgerichtig.

Der Rücktritt von Gerhard Cromme ist folgerichtig. Auch wenn ein Aufsichtsratschef nicht die unmittelbare Verantwortung für eine Fehlinvestition hat, solange ihm keine Fehler als Kontrolleur nachzuweisen sind, so hat er doch die politische Verantwortung. Hier reicht die schiere Dimension des Brasilien-Desasters aus, das den Konzern in ei­ne bedrohliche Lage gebracht hat.

Köpfe um der Köpfe willen zu fordern, macht allerdings auch keinen Sinn. Es geht um das Unternehmenswohl. Und hier müssen Beitz und Cromme in den vergangenen Wochen erkannt haben, dass es ohne ihn besser voran geht als mit ihm. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger verkörpert glaubwürdig einen Neuanfang. Er hat blinde Loyalitäten und Seilschaften angeprangert, mit dem Rauswurf Dutzender Manager die Ernsthaftigkeit des geforderten Kulturwandels unterstrichen. Das hat ihm Respekt eingebracht, bei Mitarbeitern und Investoren. Da wirkte Cromme, der nach zwölf Jahren an der Aufsichtsratsspitze zwangsläufig Teil einer Kultur der Selbstgewissheit und Arroganz war, wie ein Schatten der Vergangenheit. Ein Neuanfang. Wir sind gespannt, wie jetzt die Krupp-Stiftung – im Interesse des gesamten Ruhrgebiets – damit umgeht.

Thomas Wels

Facebook
Kommentare
Fotos und Videos
Die Ruhr in Werden und Kettwig
Bildgalerie
100 Orte in Essen
Mercedes siegt in China
Bildgalerie
Formel 1
Aus dem Ressort
Die gefühlte Unsicherheit
Rettungswesen
Die Unbilden unseres Gesundheitswesens sind im Rettungswagen angekommen. Es ist in mehrfacher Hinsicht bedenklich, wenn ein Patient ohne akute Not den Rettungsdienst ruft – um so schneller in die Obhut eines Arztes zu gelangen. Es ist zu einfach, dieses Vorgehen ausschließlich deshalb anzuprangern,...
Mit gesunder Zuversicht in eine erfolgreiche Zukunft
Kommentar
Eine wirklich wohltuende Haltung, die sich da beim Südwestfalen-Symposium an der Siegener Universität präsentierte: Kein Jammern und Verzagen, Stattdessen Aufbruchstimmung, Verantwortungsbereitschaft und allenthalben eine spürbare Zukunftszuversicht.
Grüne bitten ihre Wähler zur Kasse
Parteitag
Einer der erfolgreichsten Grünen aller Zeiten, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, grätscht mit massiver Kritik an den Steuerplänen in den Parteitag.
Dem enttarnten Moralprediger Hoeneß bleibt nur der Rücktritt
Kommentar
Die Fallhöhe ist enorm: Der Doppelmoral überführt, steht Uli Hoeneß steht vor den Trümmern seiner Reputation. Von den Bayern-Fans als Seele des Klubs verehrt, kann er seinem Verein nur noch einen letzten Dienst erweisen: indem er zurücktritt. Ein Kommentar
Sekt oder Selters - die neue Maxime beim VfL Bochum
Kommentar
Wir müssen an dieser Stelle nicht die Frage diskutieren, ob Peter Neururer der richtige Mann am richtigen Fleck zum richtigen Zeitpunkt ist. Die Führung des VfL Bochum sah nach den jüngsten Niederlagen Handlungsbedarf und wollte nicht warten, bis der Zug ganz abgefahren ist. Ein Kommentar.