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Christdemokratisch verunsichert

22.10.2012 | 18:38 Uhr
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Christdemokratisch verunsichert
Die Grünen erklärten Fritz Kuhns Erfolg zum Signal einer „Zeitenwende“, sich selbst für „hegemonial“ und die CDU für nicht mehr mehrheitsfähig.Foto: ddp images / dapd

Es ist ein periodisch auftauchendes Gespenst, dem Ungeheuer von Loch Ness nicht unähnlich. In der CDU geht die Sorge um, von großstädtischen Wählern nicht mehr gemocht zu werden.

Das Thema ist seit Jahren verknüpft mit einem christdemokratischen Richtungsstreit. Mit dem Hinweis auf Wahlergebnisse in großen Städten mahnen „Modernisierer“ eine noch weitergehende Hinwendung zu zeitgenössischen Befindlichkeiten an. Ebenfalls mit dem Hinweis auf Wahlergebnisse warnen „Konservative“, das Stammpublikum zu vernachlässigen. Seit Jahren dreht sich die Debatte im Kreis.

Der politische Gegner reibt gerne Salz in die Wunde. Gestern waren es die vor Siegesbesoffenheit außer Rand und Band geratenen Grünen, die Fritz Kuhns Erfolg zum Signal einer „Zeitenwende“, sich selbst für „hegemonial“ und die CDU für nicht mehr mehrheitsfähig erklärten.

Wahr ist: Die Wähler sind nicht mehr so berechenbar wie früher. Das verunsichert die traditionellen Volksparteien. Beide. Bei der CDU ist die Sorge um die „Großstadtkompetenz“ das Symptom dieser Verunsicherung. Falls der Hinweis die Besorgten tröstet: Nur 15 Prozent der Wahlberechtigten leben in Städten mit mehr als 400.000 Einwohnern.

Winfried Dolderer

Kommentare
23.10.2012
18:05
Christdemokratisch verunsichert
von meinemeinungdazu | #1

Das Problem ist, die großen Parteien handeln wie Einheitsbrei, und das sind die Bürger leid und werden unberechenbar. Für die Demokratie ist es gut. Für die alten verbrauchten Parteien, die jegliche Realität vermissen lassen, ist es auch gut, man wendet sich ab. Ich kann den ganzen EU- und Euro-Firlefanz nicht mehr hören. Wann besinnen wir uns endlich wieder auf unser Land, mit einer ehrlichen, bürgernahen und gerechten Politik für die Arbeitnehmer, Rentner und Schwachen? Die Nettoeinkünfte hat man lange genug gedrückt. Wie sollen die Abgaben, Kosten, Steuern, Energiepreise noch geschultert werden? Ich hoffe auf ein ganz anderes Parteienspektrum in unserem Land. Dazu können alle Wähler helfen.

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