Bürger in NRW erwarten mehr

Ja, es stimmt: Schnelles Internet und der Wandel hin zur digitalen Wirtschaft sind enorm wichtig für unser Land NRW. Prima, wenn wir bald in Fußgängerzonen kostenlos ins Netz gelangen. Jeder Bürger und Unternehmer freut sich, wenn Behörden dank moderner Technik bald schneller takten. Schön, wenn die Autobahnen im Lande mit elektronischen Hinweistafeln ausgerüstet werden.

Aber was nutzt die genaue Ansage eines Staus, wenn die Straßen marode sind und deswegen alle paar Kilometer eine Baustelle nervt? Was nutzen tolle Computer in den Rathäusern, wenn die Städte kein Geld mehr für Bezirksämter oder Büchereien haben?

Daher reicht es nicht aus, wenn die rot-grüne Landesregierung in ihrer zweiten Amtsperiode allein mit der „digitale Revolution“ punkten will. Die Probleme kann sie damit nicht verdecken.

In den Schulen muss der Druck aus dem Turbo-Abi genommen werden, die vielen verschuldeten Städte und Kommunen warten auf Entlastung, an Rhein und Ruhr stockt der Strukturwandel. Geld zu beschaffen ist daher die größte Herausforderung für Regierungschefin Hannelore Kraft. Der einzige Weg dahin ist ein gerechter Länderfinanzausgleich. Nur wenn sich Hannelore Kraft in diesem Punkt in Berlin durchsetzen kann - dann kann sie der Wiederwahl im Frühjahr 2017 ein wenig gelassener ins Auge sehen.