Blutige Zeiten

Vier Tage Luftangriffe – und schon dämmert den Kriegsparteien, dass vertrackte und blutige Zeiten vor ihnen liegen. Nicht nur für Saudi-Arabien, auch für Ägypten könnte der Jemen zur Stunde der Wahrheit werden. Denn ohne massive Bodentruppen werden die arabischen Alliierten ihre Kriegsziele gegen die Houthis nicht erreichen. Wer allerdings künftig in den unwirtlichen Bergen seine Soldaten verheizen soll, darüber wird hart gerungen. Seit seinem Putsch gegen Mohamed Mursi haben die Golfstaaten Ex-Feldmarschall Abdel Fattah al-Sissi mit 25 Milliarden Dollar gepolstert, sonst wäre sein Regime längst kollabiert. Als Gegenleistung erwarten sie, dass Kairo Soldaten schickt. Dieser Tag scheint nun gekommen – ausgerechnet im Jemen, wo Ägypten in den 60er Jahren bereits 26 000 Mann bei einer Invasion verlor. Präsident Sissi steht damit vor einer diabolischen Wahl. Entweder er schickt Tausende in einen sinnlosen Krieg. Oder die Golfmilliarden werden künftig spärlicher fließen – gerade noch genug, dass Ägypten nicht in die Knie geht, aber nicht genug, dass es wieder auf die Beine kommt.