Blitzen, zur Vorbeugung

Der Plan von Innenminister Jäger, die Jagd auf Raser zu verschärfen, wird nicht nur Beifall finden. Man darf jedoch bei aller Emotion nicht die Fakten beiseite schieben. Ein Kommentar.

Der Plan von Innenminister Jäger, die Jagd auf Raser zu verschärfen, wird nicht nur Beifall finden. Denn jeder Radarwagen, der Autofahrern entlang einer Landstraße „auflauert“ (schon in dem Begriff steckt ja so viel Wertung), wird nicht nur beim Erwischten den Vorwurf der Wegelagerei auslösen. Der bislang geltende Grundsatz, dass Kommunen ausschließlich dort blitzen dürfen, wo es besonders oft kracht, soll nun also ersetzt werden durch mögliche Kontrollen in Tempo-30-Zonen, an Baustellen und an jenen Strecken, an denen gern mal zu schnell gefahren wird. Der Argwohn, dass vom klammen Land den klammen Städten auf diese Weise ein eleganter Hebel in die Hand gegeben wird, die leeren Kassen zu füllen, liegt nah.

Man darf jedoch bei aller Emotion nicht die Fakten beiseite schieben. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Innenministeriums 528 Menschen bei Verkehrsunfällen auf den Straßen von Nordrhein-Westfalen ums Leben. Allein bei 76 Opfern ermittelte die Polizei die Unfallursache: „Zu schnelles Fahren“. Rasen endet also noch immer viel zu oft tödlich. Man muss dagegen angehen, wo immer es geht. Und wenn es nur der Vorbeugung dient. Die Blitz-Marathon-Idee ist in dieser Hinsicht der eine Weg, die Ausweitung der Kontrollmöglichkeiten ein anderer.

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