Zinswetten

Blamabel für beide Seiten

Inzwischen haben mehrere nordrhein-westfälische Kommunen den Streit um Verluste durch riskante Zinswetten der WestLB vor Gericht gewonnen.
Inzwischen haben mehrere nordrhein-westfälische Kommunen den Streit um Verluste durch riskante Zinswetten der WestLB vor Gericht gewonnen.
Foto: dpa/Archiv

Wenn nicht alle Anzeichen trügen, wird soeben die nächste teure Erblast der untergegangenen WestLB geschnürt. Erstmals ist am Montag in Düsseldorf ein Oberlandesgericht der Auffassung gefolgt, dass die Landesbank mit dem Vertrauensbonus eines öffentlich-rechtlichen Instituts zahlreiche nordrhein-westfälische Kommunen – im konkreten Fall die Stadt Ennepetal – in riskante Zinswetten gelockt hat.

Dutzende Kämmerer ließen sich dabei auf eine Finanzakrobatik ein, die sie weder beherrschten noch verstanden. Der finanzielle Schaden, auf dem das Land NRW und damit auch wieder der Steuerzahler sitzen bleibt, könnte eine dreistellige Millionenhöhe erreichen.

Das Abenteuer mit den Zinswetten stellt beiden Geschäftspartnern ein denkbar schlechtes Zeugnis aus: Hier eine mächtige Landesbank, die ihren Informationsvorsprung auf Kosten des Kunden missbraucht. Dort Kommunen, die auf der Suche nach Ersparnissen jedem vorsichtigen Kaufmann spotten. Blamabel.

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