Berufskollegs haben keine Lobby

Politiker, aber auch Medien, beschäftigen sich selten mit den Berufskollegs.
Politiker, aber auch Medien, beschäftigen sich selten mit den Berufskollegs.
Foto: Fabian Strauch (Archiv)
Was wir bereits wissen
500 Stellen sollen an Berufskollegs in NRW gestrichen werden. An anderen Schulformen würde das einen großen Aufschrei auslösen.

Stellen wir uns vor, an den Gymnasien im Land würden in kurzer Zeit mehrere hundert Lehrer-Stellen gestrichen. Oder an den Grundschulen. Was würde passieren? Eltern, Schüler, Lehrer, Politiker würden wohl richtig Rabatz machen. Was passiert, wenn es die Berufskollegs trifft? Nichts weiter. Denn diese Schulen haben keine Lobby. Sie sind groß, arbeiten aber fast im Verborgenen. Politiker, aber auch Medien, beschäftigen sich selten mit den Berufskollegs. Sie sind – so scheint es – kein Thema.

In einer Mischung aus Optimismus und Dreistigkeit geht es nun darum, den Kollegs Lehrer wegzunehmen, in der Erwartung, dass man die Pädagogen bald sowieso nicht mehr braucht. Weil das Land ja eine vorsorgende Sozialpolitik macht, die schon bald Früchte tragen dürfte. Dieses Kern-Projekt von Rot-Grün ist ja aller Ehren wert. Aber kein Grund, zu kassieren, lange bevor die Rendite da ist.