Beide Seiten waren wohl allzu blauäugig
09.01.2013 | 16:22 Uhr 2013-01-09T16:22:00+0100Auf den ersten Blick bestätigt der Streit zwischen der Bischofskonferenz und dem Kriminologen Christian Pfeiffer alle Vorurteile, die man gegenüber der katholischen Kirche landläufig pflegt. Die Schlagwörter lauten: Zensur und Kontrolle. Das wirft jedenfalls der medienbekannte Kriminologe den Bischöfen vor. Die wiederum sprechen von einem zerrütteten Vertrauensverhältnis.
Tatsächlich war es eine Sensation, als der Verband der Diözesen Deutschlands im Juli 2011 mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen einen Vertrag abschloss: Der Missbrauch in der katholischen Kirche sollte umfassend erforscht werden – von einer unabhängigen Einrichtung. Rückblickend sind beide Seiten wohl allzu blauäugig an die Sache herangegangen. Pfeiffer, weil er sich der Beachtung des Themas bewusst war und deshalb möglicherweise nicht ernst genug genommen hat, dass die Kirche durchaus eine Kontrolle über die Ergebnisse beanspruchte. Und die Bischöfe, weil sie anfangs die datenschutzrechtlichen Probleme nicht genügend beachtet haben.
Pfeiffer mobilisiert nun die gängigen Klischees, wenn er von Zensur spricht. Denn er verschweigt, dass bei auftraggeberfinanzierten Untersuchungen derjenige, der bezahlt, immer eine gewisse Deutungshoheit fordert. Auf der anderen Seite hätte den Bischöfen ebenfalls klar sein müssen, dass man die Katze nicht aus dem Sack lassen kann, wenn der zugeschnürt bleiben soll. Traurig ist allerdings, dass wesentliche Fragen jetzt womöglich unbeantwortet bleiben: Wieviele Fälle gibt es seit 1945? An welchen Orten und bei welchen Gelegenheiten kommt es zum Missbrauch? Wie gehen die Täter vor? Wenn man das wüsste, könnte lebenslanges Leid zukünftiger Opfer verhindert werden.
07:58
Der Deutschlandfunk sagte in einer Mitteilung : Geht man davon aus, dass es sich um eine seriöse Untersuchung in Holland handelt
und rechnet die Zahlen für Deutschland hoch, kommt man auf etwa 4000
Täter und mindestens 50.000 Opfer seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Eigentlich unvorstellbar. Ein Horror.
07:54
800 Geistliche als Täter, 10.000 bis 20.000 Opfer, das alles in einem Zeitraum von 1945 bis heute lauten die Zahlen aus dem kleinen Holland.
Ich mag garnicht hochrechnen, denn da überkommt mich das kalte Grausen.
07:32
Es ist alles noch viel schlimmer und wenn das ungefiltert an die Öffentlichkeit käme, wäre das das Ende der Kirche. Nein, nein. Das war keine Störung oder zeitliche Trübung des Geistes, sondern die pure jahrelange angestaute Geilheit, die sich ihren Weg frei schoss. Und hinter dicken Kirchenmauern wurde sich an den Schwächsten unserer Gesellschaft den Jungen und Mädchen vergriffen. Ihr Kinderlein kommet, erlangt da eine ganz unheilige Bedeutung. Gehäuft in der Kirche auftretend und mit tausenden Fällen belegt, versuchen die kirchlichen Würdenträger noch immer zu leugnen und zu vertuschen. Große Entschädigungszahlungen von mehreren zehntausend Euro pro Mißbrauchsfall, würden die Kirche richtig treffen und den Opfern zum Teil eine berechtigte Genugtuung erfahren lassen., Auch dürften die Vergewaltiger nie wieder mit Kindern etwas zutun haben. Das muss sicher gestellt werden.