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Elektromobilität

Autoindustrie muss mit dem Elektroauto Gas geben

01.10.2012 | 19:10 Uhr
Autoindustrie muss mit dem Elektroauto Gas geben
Der Opel Ampera - ein viersitziges Elektro-Hybridfahrzeug von Opel auf Grundlage des Voltec-Antriebs.Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool

Das Elektroauto kommt nicht in Fahrt. Für Autofahrer ist es keine Alternative zum herkömmlichen Untersatz. All das blendet die Bundesregierung aus und unterstreicht, Deutschland als Leitmarkt für Elektrofahrzeuge aufzubauen.

Drehen wir die Zeit drei Jahre zurück. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt: Die Autobauer stehen unter Strom. Sie verkünden ein neues Zeitalter in der Geschichte des Automobils. Ihr Zauberwort: Elektromobilität. Kanzlerin Merkel setzt sich an die Spitze der geräuschlosen und umweltfreundlichen Fortbewegung. Sie nimmt einen Stecker in die Hand, setzt sich ans Steuer einer Studie, ein Auto, das seiner Zeit Jahrzehnte voraus ist, und nennt das Ziel der Bundesregierung: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos in Deutschland rollen - also in acht Jahren. Die Euphorie ist längst verflogen. Niemand in Berlin glaubt mehr an diese Zahl. Unter den 42.927.647 zugelassenen Pkws der Bundesbürger sind 4541 Elektromobile. Im August, um die jüngste Zahl zu nennen, registrierte das Kraftfahrtbundesamt 247 Neuzulassungen mit Elektromotor.

Zahlen, die eines sagen: Das Elektroauto kommt nicht in Fahrt. Es kostet 8000 bis 10 000 Euro mehr, seine Reichweite ist begrenzt, und das Aufladen der Batterie braucht zu viel Zeit. Vom fehlenden flächendeckenden Ladenetz ganz zu schweigen. Für Autofahrer keine Alternative zum herkömmlichen Untersatz. All das blendet die Bundesregierung aus und unterstreicht, Deutschland als Leitmarkt für Elektrofahrzeuge aufzubauen.

Aber wie? Deutsche Autobauer haben gar kein Modell mit Elektromotor im Angebot. Vielleicht im nächsten Jahr. Sie fordern eine Kaufprämie für ihre künftigen Elektromodelle. Dabei ist es an ihnen, ein zukunftsfähiges bezahlbares Vehikel zu bauen. An finanzieller Potenz fehlt es ihnen nicht. Steueranreize und Forschungsmittel der Bundesregierung sorgen für den Schub einer Technologie, die als zukunftsweisend gilt. Und die Autobauer sind es, die Gas geben müssen.

Joachim Karpa



Kommentare
02.10.2012
08:44
Milchmädchenrechnung
von balubaer | #1

Die Politik verkauft uns das Elektroauto als umweltfreundlich. Doch macht sich irgendwer einmal Gedanken, wie man an den Strom kommt? Und welche Auswirkung die zusätzliche Stromproduktion auf die Umwelt hat. Ein Elektroauto verbraucht ca. 25 kWh (ADAC im März 2012) pro 100 Kilometer. Bei 1.000.000 Autos (Merkels Ziel) sind das 25.000.000 kWh pro 100 Kilometer. Im Durchschnitt fährt der Deutsche 18.700 KM pro Jahr (Stand: 2009). Dann sind das 467.500.000.000 kWh pro Jahr. Der ADAC (ECO Test) hat ermittelt, dass für die Stromerzeugung eines Elektroautos ca. 150 g / KM CO² Ausstoß erzeugt werden. Auch hier könnte man mal nachrechnen: 1.0000.000 Autos * 18.700 KM / Jahr * 150 g CO². Lt. Experten wäre derzeit bei kompletter Abschaltung der AKWs die Stromversorgung nicht mehr gewährleistet. Wo kommt dann der Strom her?
Unsere liebe Angela denkt gar nicht an einen Atomausstieg.

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