Aus dem Tritt geraten

Die Krise eines Unternehmens dieser Größenordnung fällt nicht vom Himmel. Seit Jahren geht es Kettler nicht gut. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die Weiterführung des in Schieflage geratenen Familienunternehmens spricht wiederum für die Marke. Eine Marke, wie es nur wenige in Deutschland gibt. Viele von uns sind mit einem Produkt aus Ense zum ersten Mal mobil auf vier Rädern unterwegs gewesen. Mit dem Kettcar verbindet sich ein Stück Kindheit.

Die Gründe für die Spirale nach unten sind vielschichtig. Der Tod des Firmengründers Heinz Kettler 2005, die Seele des Hauses, mag für Beobachter der Auslöser gewesen sein. Fortan fehlte der Mann an der Spitze, der seine Geschäftspolitik kernig, klug und konsequent verfolgte. Heinz Kettler verkörperte die Firma.

Allein das reicht als Ursache nicht aus. Die fehlende regionale Verwurzelung des Führungspersonals, die schlecht vorbereitete Übernahme durch die nachfolgende Generation in der Familie, kaum Innovationen und der Preisdruck durch Produkte aus Billiglohnländern: All das trägt nicht zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Es gilt, Kettler mit einem strategischen Investor wieder auf die Beine zu stellen. Wie heißt es doch im Facebook-Auftritt des Unternehmens: keep on running. Ja, es muss weiterlaufen. Alles andere wäre ein Drama.

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