Argwohn allein reicht nicht mehr

Höchstrichterlich ist nun entschieden, dass misstrauischen Chefs längst nicht alles erlaubt ist, was ihnen bei der Kontrolle von missliebigen Mitarbeitern vorschwebt. Richtig ist ja, dass es Kollegen gibt, die wegen eines Zipperleins sogleich fehlen, und wahr ist auch, dass manchen das ärztliche Attest nicht lang genug laufen kann. Dennoch darf der Chef künftig nicht mehr einfach argwöhnen und seine Bespitzelungen starten. Er hat nun eine Beweislast.

Hinzu kommt, dass der durchschnittliche Krankenstand bei den gesetzlich Versicherten in Deutschland seit vielen Jahren verlässlich bei unter vier Prozent liegt . Dies zeigt, dass die meisten Beschäftigten die Zeichen der Zeit längst erkannt haben und ihren Job nicht leichtfertig aufs Spiel setzen für ein paar erschummelte freie Tage mehr: Sie fehlen, wenn sie wirklich krank sind und kehren zurück, wenn die Gesundheit wieder hergestellt ist.