Anwesenheit ist nicht genug

Die Uni basiert auf der Freiwilligkeit der Lernenden, lebt von der Begeisterung für die Wissenschaft. Deshalb muss man von Studierenden auch Disziplin erwarten können, ohne diese werden sie ihr Studium nicht schaffen.
Die Uni basiert auf der Freiwilligkeit der Lernenden, lebt von der Begeisterung für die Wissenschaft. Deshalb muss man von Studierenden auch Disziplin erwarten können, ohne diese werden sie ihr Studium nicht schaffen.
Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Professoren und Dozenten sind empört über das Aus der Anwesenheitspflicht. Wer kommt denn noch, wenn er nicht muss?, fragen viele und sehen ihre Kompetenz herabgewürdigt.

Ein Soziologe aus Bonn meint gar, die Landesregierung hätte auch gleich die Universitäten abschaffen können. Eine Hochschule sei schließlich eine „Anwesenheitsinstitution“.

Der Ruf der Hochschulen nach mehr Autonomie und Freiheit sollte indes auch für ihre Studierenden gelten. Die Anwesenheit in Lehrveranstaltungen macht wenig Sinn, wenn der Professor nur sein eigenes Buch oder Folien vorliest.

In diesen Fällen mag die Angst vor leeren Sälen begründet sein. Prüfungsrelevante Veranstaltungen oder Vorlesungen von fähigen Dozenten, die Begeisterung oder zumindest Interesse für den Stoff wecken können, werden auch künftig voll sein.

Verantwortung für ihr Studium Studenten selbst überlassen

Die Universität basiert auf der Freiwilligkeit der Lernenden, lebt von der Begeisterung für die Wissenschaft. Deshalb muss man von Studierenden auch Disziplin erwarten können, ohne diese werden sie ihr Studium nicht schaffen.

Aber wenn die Hochschule der Ort ist, an dem die Fähigkeit zu selbstständigem Arbeiten und Denken sowie zur Selbstorganisation gefördert wird, dann muss man jungen Menschen die Verantwortung für ihr Studium überlassen.

Sie werden lernen müssen zu erkennen, ob sie mit den Anforderungen klarkommen. Damit ist mehr erreicht als mit einem Kreuzchen in einer Namensliste.